NBA-Play-offs: Im Namen der Rose - DER SPIEGEL
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NBA-Play-offs Im Namen der Rose

Auch im zweiten Spiel der Best-of-Seven-Serie waren die Indiana Pacers ihrem Gegner aus Philadelphia überlegen. Und dies, obwohl sich Reggie Miller merklich zurückhielt und einem Teamkollegen den Vortritt ließ.
Von Tobias Pox
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Indianapolis - Nach der 97:103-Niederlage der Philadelphia 76ers bei den Indiana Pacers liegen die Sixers nunmehr mit 0:2 in der Best-of-Seven-Serie zurück. Will Philadelphia das Schicksal des letzten Jahres, als man ebenfalls im Halbfinale des Ostens von den Pacers mit 4:0-Siegen kalt abserviert wurde, vermeiden, muss in der nächsten Begegnung am Mittwoch unbedingt ein Erfolg her.

Hätte Reggie Miller zum dritten Mal in Folge über vierzig Punkte vorgelegt, hätten ihn die Fans im Basketball-verrückten US-Bundesstaat Indiana wohl endgültig des irdischen Daseins enthoben und zum höchsten Basketballgott erkoren. Dem erfolgreichsten Drei-Punkte-Schützen der Liga gelangen beim gestrigen 103:97-Sieg seiner Indiana Pacers über Philadelphia jedoch "nur" 19 Zähler. Miller bleibt also der Erde verbunden. Ein Halbgott ist er in Indiana ohnehin schon.

Es sah im wiederum restlos ausverkauften Conseco Fieldhouse von Indianapolis zunächst so aus, als wollte Reggie Miller seinen Hattrick in puncto außergewöhnliche Basketballdemonstrationen perfekt machen. Nach dem ersten Viertel standen bei dem Scharfschützen vom Dienst erneut bereits 11 Punkte zu Buche. Miller nahm sich hiernach jedoch merklich zurück - hatte er etwa Angst vor der göttlichen Würde?- und überließ anderen Mannschaftskollegen das Feld. Allen voran Jalen Rose.

Der 27-jährige Rose knüpft in den Play-offs dort an, wo er in der regulären Saison aufgehört hat. Der gebürtige Detroiter, der zu seiner Unizeit am College in Michigan bereits für mächtig Furore sorgte, spielt die beste Saison seiner NBA-Karriere und hat sich bei den Pacers zum zweitwichtigsten Spieler hinter Miller entwickelt. Einige meinen sogar zum wichtigsten. Nach seinem exzeptionellen 40-Punkte-Auftritt von vorgestern ließ der Flügelspieler mit dem poetischen Nachnamen nun 30 Punkte folgen und spielte sich erneut ins Rampenlicht der Öffentlichkeit.

Ins Spotlight wären um ein Haar auch die Verlierer aus Philadelphia gerückt. Die 76ers machten im letzten Viertel fast das Unmögliche möglich und bogen ein 22-Punkte-Defizit beinahe noch in einen Sieg um.

Knapp sechs Minuten vor Spielende stand es 73:95 aus Sicht der Gäste. Es folgte eine furiose Aufholjagd. Den Hausherren gelang zwischenzeitlich kein einziger Korb, und nach einem 17:0-Lauf hatte sich Philadelphia bis auf 93:98 herangefightet. Weiter kamen die bravourös kämpfenden Sixers jedoch nicht heran, denn Indiana gelangte von der Freiwurflinie zu entscheidenden Punkterfolgen und stahl sich mit einem blauen Auge davon.

Topscorer Philadelphias war Allen Iverson mit 28 Punkten. Allerdings hatte der Guard nicht seinen treffsichersten Tag (neun Treffer bei 25 Versuchen aus dem Feld) und hätte besser daran getan, seine Mitspieler häufiger in Szene zu setzen. In diesem Bereich war der 24-Jährige mit zehn Assists an diesem Abend nämlich wirkungsvoller.

Neben Rose erwischte bei Indiana Power Forward Austin Croshere einen sehr guten Tag und stellte mit 20 Punkten (darunter vier erfolgreiche Drei-Punkte-Würfe) eine neue persönliche Play-off-Bestmarke auf. Auch Rik Smits machte mit 14 Punkten erstmals in der diesjährigen Meisterschaftsrunde im Angriff von sich Reden. Allerdings muss der Holländer bei der Reboundarbeit noch mächtig zulegen. Vier vom Brett gepflückte Abpraller sind für einen Mann mit Smits' Größe - Smits misst 2,23m - einfach zu wenig. Als zuverlässiger Vorbereiter für Smits, Croshere und Co. diente Mark Jackson, der staatliche 14 direkte Vorlagen austeilte.