NBA-Profi Jones: Miamis anderer James - DER SPIEGEL
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NBA-Profi Jones Miamis anderer James

Der NBA-Club Miami Heat hat gleich drei Superstars: LeBron James, Dwyane Wade und Chris Bosh. Ein unauffälliger Spieler bringt ebenfalls Leistung: James Jones. Das Basketballmagazin "FIVE" nennt Stärken und Schwächen des Forwards.
Von Hauke Büssing
Miami-Forward Jones: Ein tödlicher Spot-up-Shooter
Miami-Forward Jones: Ein tödlicher Spot-up-Shooter

Miami-Forward Jones: Ein tödlicher Spot-up-Shooter

Foto: Mike Ehrmann/ AFP
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In der Saison 2003/2004 betrat ein junger Spieler namens James die Bühne der NBA. Er verbrachte sieben mehr oder minder erfolgreiche Jahre in der nordamerikanischen Elite-Basketballliga, für einen Titel reichte es nie. In dieser Saison spielt er nun an der Seite von Dwyane Wade und Chris Bosh im Trikot der Miami Heat und ist auf der Jagd nach seiner ersten Meisterschaft.

Klarer Fall, hier müsste LeBron James gemeint sein, der zu Beginn dieser Saison von den Cleveland Calvaliers nach Miami wechselte. Falsch. Es geht um James Jones.

Geboren und aufgewachsen in Miami, begann der 2,03 Meter große Small Forward seine Basketballkarriere an der American Senior High, bevor er sich für die University of Miami entschied. Jones mauserte sich in vier Jahren College vom Bankdrücker zum Topscorer des Teams. Seine Stärken lagen schon damals im sehr guten Schuss und in der Defensivarbeit.

Als Junior klaute er dem Gegner im Schnitt 1,3-Mal den Ball und blockte 2,4 Schüsse. NBA-Scouts stuften ihn schnell als typischen "Three-and-D"-Spieler ein. Als einen Spieler also, der gut verteidigt und im Angriff Dreier versenkt. Die Indiana Pacers wählten Jones in der Draft 2003 schließlich an 49. Stelle.

Im Laufe seiner NBA-Karriere stand der Flügelspieler bei vier Clubs unter Vertrag. Mit Indiana, Phoenix und Miami war er sogar regelmäßig in den Playoffs dabei. Bei jeder seiner Stationen - James war auch noch in Portland - gab er dabei den typischen Rollenspieler. James kam meist von der Bank, absolvierte zwischen 15 und 25 Minuten pro Partie, nahm offene Würfe, verteidigte, gab den Superstars Schützenhilfe und wurde wieder ausgewechselt.

Um das Spiel des 98 Kilogramm schweren Shooters zu beschreiben, reicht ein Blick auf den Statistikbogen aus. Dort finden sich viele Nullen - außer bei den Dreiern. Übersetzt heißt das: Die gegnerische Verteidigung ist gut beraten, wenn sie Jones nicht allzu offen stehen lässt, denn ungedeckt lässt sich der Forward nur wenige Chancen entgehen. 2008 ist er nach Jason Kapono und Steve Nash der drittgefährlichste Scorer der Liga. In der NBA trifft James beeindruckende 44 Prozent seiner Dreier-Versuche. Bei den Heat nimmt er in dieser Spielzeit bisher durchschnittlich sieben Würfe pro Spiel, sechs davon sind Dreier.

Und genau das macht Jones für den Meisterschaftsanwärter so wertvoll. Der 30-Jährige könnte in den kommenden Jahren für Miami das werden, was Bill Paxson für Chicago und Mario Elie für Houston waren: ein tödlicher "Spot-up-Shooter" in einem Meisterteam gespickt mit Superstars. Denn wenn sich die gesamte Verteidigung auf LeBron James, Chris Bosh und Dwyane Wade konzentriert, hat Jones einfaches Spiel. Er steht allein an der Dreierlinie und wartet auf ein Zuspiel. Eigene Chancen erarbeitet er sich sehr selten.

Aber dafür ist ja auch der andere James zuständig.

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