NBA-Profi Meeks: Der College-Star - DER SPIEGEL
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NBA-Profi Meeks Der College-Star

An der Universität wurde er gefeiert, in der NBA läuft es schleppend: Jodie Meeks von den Philadelphia 76ers hat sich in seiner zweiten Profi-Saison mit Mühe einen Startplatz erkämpft. Doch nur selten erinnert der Shooting Guard an seine glanzvollen Auftritte aus der College-Zeit.
Von Hauke Büssing
Philadelphia-Profi Meeks: Harte Realität bei den Profis
Philadelphia-Profi Meeks: Harte Realität bei den Profis

Philadelphia-Profi Meeks: Harte Realität bei den Profis

Foto: Matt Slocum/ AP
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Es ist schon komisch, wie das Leben manchmal spielt. Philadelphias Nummer-zwei-Pick Evan Turner war ein College-Superstar, seine NBA-Karriere läuft bisher trotzdem sehr schleppend. Erst musste er sich mit einem Bankplatz hinter Jason Kapono begnügen, dann steckte er hinter Andres Nocioni fest. Wegen Andre Iguodalas Verletzung kam er kurz in die Startformation, nur um einige Wochen später diesen Platz wieder zu verlieren - an jemanden, der ironischerweise eine ganz ähnliche Geschichte erlebt hat: Jodie Meeks.

Ebenso wie Turner war nämlich auch der 1,93 Meter große Shooting Guard ein College-Phänomen. In seinem dritten Jahr an der University of Kentucky explodierten seine Leistungen: Er steigerte seinen Punkteschnitt innerhalb eines Jahres von acht auf 24 Zähler pro Partie. Meeks liefert dabei in seiner Junior-Saison legendäre Spiele ab und steigert seine Punkteausbeute fast von Woche zu Woche. Am 20. Dezember 2008 wirft der 94 Kilogramm schwere Zweier gegen die Appalachian Mountaineers 46 Punkte. Keine drei Wochen später bricht er im Spiel gegen Tennessee gleich zwei Rekorde seiner Uni: Er schafft 54 Zähler und trifft zehn Dreier.

Nach seinem Durchbruch meldet sich Meeks zur NBA-Draft an, wird allerdings entgegen seiner Erwartungen erst zur Ende der zweiten Runde von Milwaukee gezogen. Bei den Bucks ist die Spielzeit für den heute 23-Jährigen allerdings rar, die Konkurrenz auf der Flügelposition groß. Mitten in der Saison wird klar, dass seine Zukunft nicht in Wisconsin liegt. Er wird nach Philadelphia getradet.

Die Lage bleibt jedoch ähnlich: Die 76ers haben ebenfalls viel zu viele Zweier in ihren Reihen. An manchen Spieltagen darf Meeks sich nicht einmal umziehen, sondern sitzt mit Anzug und Krawatte auf der Sixers-Bank und feuert sein Team an. Die frustrierende erste NBA-Saison nimmt schließlich im April ihr playoffloses Ende - und der Rookie hat den ganzen Sommer lang Zeit, sein Spiel zu verbessern.

Und das tut er auch: Inzwischen ist er im zweiten NBA-Jahr und hat sich auf Kosten von Turner einen Starterplatz erkämpft. Ausnahmespiele mit 24 Punkten gegen die Chicago Bulls und 26 Punkten gegen die Charlotte Bobcats erinnern an die vergangenen, glorreichen Collegetage in Kentucky. Mit solchen Leistungen sollte Meeks vorerst in der Starting Five bleiben - bis ein neuer, junger College-Star kommt.