NBA-Profi Nick Young Ewiger Jungspund
Wizards-Profi Young (r.): "So bin ich, so ist mein Spiel"
Foto: JONATHAN ERNST/ REUTERSWenn Nick Young seine Basketballschuhe schnürt und sich das Trikot der Washington Wizards überstreift, ist er frei. Alle Probleme und Sorgen scheinen plötzlich vergessen. Drei-Punkte-Würfe fallen durch das Netz, Verteidiger werden stehen gelassen, am Ring wird krachend per Dunk abgeschlossen. Der 2,01-Meter-Mann kann auf dem Platz alles, was von einem Shooting Guard in der NBA erwartet wird.
Trotzdem kommt er auch in seiner vierten Saison für die Wizards nur auf 20 Minuten Einsatzzeit pro Spiel, dazu noch von der Bank. Wie kann das sein? Die Antwort ist einfach: Dem 25-Jährigen fehlt zur großen -Karriere noch die mentale Reife.
Schon früh wurde die problematische Kombination aus sportlichem Talent und mangelnder Einstellung deutlich. An der Cleveland Highschool überzeugte er auf dem Feld mit 27,2 Punkten, 10,8 Rebounds und fast 60 Prozent Wurfquote pro Spiel. Im Klassenraum dagegen waren seine Leistungen enttäuschend. Young musste den Eignungstest für das College dreimal wiederholen, bevor er ihn schließlich bestand.
2004 schrieb er sich an der University of Southern California ein und spielte dort drei erfolgreiche Jahre. Nach seiner Junior-Saison verließ der 95 Kilogramm schwere Scharfschütze die Uni und meldete sich zur NBA-Draft an - ohne Abschluss, aber als einer der besten Basketballer seines Jahrgangs.
Young zeigt gute Ansätze - aber der Durchbruch bleibt aus
Von den Wizards an 16. Stelle verpflichtet, zeigte Young in seiner ersten Spielzeit gute Ansätze. In einem seiner ersten Spiele dunkte er über Top-Star LeBron James. Einige Wochen später gelangen ihm gegen Kobe Bryant und die Los Angeles Lakers 28 Punkte.
Doch der ganz große Entwicklungssprung blieb aus. Stattdessen sorgte Youngs Verhalten abseits des Feldes immer wieder für negative Schlagzeilen. Auch beim Schusswaffenskandal rund um Washingtons Gilbert Arenas war der Flügelspieler am Rande beteiligt. 10.000 Dollar Strafe bekam er dafür aufgebrummt.
Zudem kritisierten Trainer und Mitspieler regelmäßig die Wurfauswahl und seine Entscheidungen auf dem Feld. Young kam weiterhin nur von der Bank, der Durchbruch lässt auf sich warten. "So bin ich, so ist mein Spiel", sagt Young. "Ich kann in dieser Liga mit den Besten mithalten. Ich muss nur eine Chance bekommen."
Ohne Zweifel besitzt er die Begabung, einer der besseren Punktesammler der NBA zu werden. Doch wie das Beispiel von Denvers J.R. Smith zeigt, der ebenfalls als Talent mit schwierigem Charakter gilt, ist Veranlagung nicht alles. Um erfolgreich zu sein, benötigt jeder Basketballer eine gewisse mentale Reife - selbst wenn sein Nachname Young lautet.