NBA-Profi Taj Gibson: Der Musterneuling - DER SPIEGEL
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NBA-Profi Taj Gibson Der Musterneuling

Rasante Karriere: NBA-Rookie Taj Gibson hat sich in seiner ersten Saison bei den Chicago Bulls als zuverlässiger Ersatz etabliert und ältere Spieler verdrängt. Doch ob er mit den Großen der Liga schon mithalten kann, muss sich erst noch zeigen, meint das Basketballmagazin "FIVE".
Von Alexander Büge
Bulls-Profi Gibson (r.): Stammspieler verdrängt
Bulls-Profi Gibson (r.): Stammspieler verdrängt

Bulls-Profi Gibson (r.): Stammspieler verdrängt

Foto: Jonathan Daniel/ Getty Images
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Mitte Februar hatten die Verantwortlichen der Chicago Bulls genug gesehen. Tyrus Thomas wurde an die Charlotte Bobcats abgegeben, um Luft im Teambudget zu schaffen. Große Sorgen über die Lücke im Kader mussten sie sich nicht machen. Schließlich hatte das Team mit Taj Gibson gerade erst einen Spieler ins Team geholt, der Thomas athletisch sehr ähnlich war. Und Gibson hatte in der ersten Saisonhälfte bereits bewiesen, dass er so gut wie Thomas spielt - bei geringerem Gehalt.

Gibsons Qualitäten wurden schon an der Uni deutlich. Der Forward spielte drei Jahre an der University of Southern California. Dort schaffte er es mit seinem Team unter dem früheren Bulls-Trainer Tim Floyd 2007 bis ins Achtelfinale der College-Playoffs ("Sweet Sixteen"). Zudem gewann er mit seiner Unimannschaft das Turnier der starken College-Liga Pac-10.

Mit 2,08 Metern Körpergröße, 2,24 Metern Armspannweite sowie neun Rebounds, 2,6 Blocks und einem Steal pro Spiel galt er in der Saison 2008/09 als einer der besten Uni-Defensivspieler. Doch trotz dieser Vorzüge und seiner Spielintelligenz wurde er überraschend erst an 26. Stelle gedraftet.

Kommt Gibson gegen die Großen an?

Seine hervorragende Entwicklung in seinem ersten Profijahr hat Gibson vor allem seiner guten Arbeitseinstellung zu verdanken. Durch seinen Einsatz hat der Rookie Routiniers wie Thomas oder auch Hakim Warrick aus der Startformation verdrängt - auch, weil er mit seiner guten Beinarbeit und mit schnellen Füßen auch gegen wendigere Flügelspieler nicht verloren ist.

Mit durchschnittlich 8,9 Punkten und 7,4 Rebounds gehörte der Power Forward zu den besten Rookies der regulären Saison und erzielte viermal 20 oder mehr Punkte in einem Spiel. Zudem führte der 24-Jährige die Neuprofis bei den Rebounds, Blocks (1,3), Double-Doubles (18) und mit einer Wurf-Trefferquote von beinahe 50 Prozent an. "Ich bin zwar durch meine defensive Intensität bekannt geworden, aber ich kann mich auch in der Offensive durchsetzen", sagt Gibson selbstbewusst.

Chicagos junge Frontcourt-Kombination aus Gibson und Center Joakim Noah macht in Bezug auf Energie und Einsatz wohl niemand in der Liga etwas vor. Aber es bleibt die Frage, ob das Tandem dauerhaft nicht zu viel Probleme gegen schwere Spieler wie Shaquille O'Neal, Dwight Howard oder Kendrick Perkins bekommt. Nach einem guten ersten Jahr muss sich Gibson erst noch beweisen.

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