NBA-Profi Tony Allen Held im Hintergrund
Ex-Celtics-Spieler Tony Allen (grünes Trikot): Zukunft bei den Grizzlies
Foto: Mark J. Terrill/ APDie NBA-Playoffs 2010: Im Halbfinale der Eastern Conference stehen sich die Boston Celtics und die Cleveland Cavaliers gegenüber. 49 Sekunden sind im sechsten Spiel der Best-of-Seven-Serie noch zu spielen. In diesem Moment wird Bostons Tony Allen nach einem aggressiven Cut zum Korb von Ray Allen bedient und hebt ab. Clevelands Antawn Jamison steigt mit ihm hoch, um sicherzustellen, dass es keine einfachen Punkte für Allen gibt. Doch der nimmt die Kugel weit nach hinten, fliegt an Jamison vorbei und versenkt den Ball im Korb.
Diese Szene charakterisiert die Spielweise Tony Allens wie kaum eine andere. Denn der Shooting Guard versteht es immer wieder, mit viel Energie aufs Spielfeld zu kommen. In der Offensive zeichnet er sich durch enormen Zug zum Korb aus, meistens enden seine Aktionen mit spektakulären Korblegern oder Dunks. Und in der Verteidigung legt er sich gerne mit den Besten der Liga an.
So zwang er in den Playoffs hochkarätige Gegenspieler wie LeBron James, damals noch bei den Cavaliers, und Lakers-Star Kobe Bryant immer wieder zu schwierigen Würfen. Auch der ehemalige NBA-Trainer Jeff Van Gundy zeigte sich in den Finals gegen die Lakers von den Defensivkünsten des 28-Jährigen beeindruckt. "Auf seiner Position gehört er mit Sicherheit zu den besten fünf Verteidigern der Liga."
Aber nicht nur gegen seine direkten Gegenspieler ist Allen in der Defensive zur Stelle. Auch gegen die Kontrahenten seiner Teamkollegen ist er stark, etwa gegen Paul Gasol von den Lakers. Im fünften Finalspiel war der Spanier vermeintlich frei zum Dunking hochgestiegen. Doch er hatte die Rechnung ohne den sprunggewaltigen Allen gemacht, der Gasol weit über dem Ring noch an den einfachen Punkten hinderte. Zum Titel sollte es dennoch nicht reichen, die Lakers gewannen die Finalserie 4:3.
Neuer Karriereabschnitt bei den Grizzlies
Mit 5,1 Punkten pro Spiel sind Allens Zahlen in den Playoffs für einen Bankspieler nichts Außergewöhnliches. Dennoch war er aufgrund seiner energischen Spielweise ein Garant für die erfolgreichen Playoffs der Celtics.
Doch fast wäre es für Allen gar nicht erst dazu gekommen, im Jahr 2008 mit den Celtics die Meisterschaft zu feiern und in der vergangenen Saison wieder ins NBA-Finale einzuziehen. Denn im Sommer 2005 war er vor einem Restaurant in Chicago in einen Streit verwickelt, bei dem einem Mann in den Arm geschossen wurde und ein anderer einen Bruch der Augenhöhle erlitt.
Allen wurde wegen Körperverletzung angeklagt - und freigesprochen. Er entwickelte sich nach diesem Schlüsselerlebnis zu dem Spieler, der er heute ist: ein Energiebündel, das jeder Trainer gut gebrauchen kann.
Den Celtics wird Allen allerdings nicht mehr helfen können. Der 28-Jährige wollte langfristige Sicherheit - und die Celtics konnten sie ihm nicht bieten. Deshalb verließ er den Club, mit dem er seine größten Erfolge gefeiert hatte. Am 11. Juli unterschrieb er einen Dreijahresvertrag bei den Memphis Grizzlies.