NBA: Zwei-Mann-Show der Pacers - DER SPIEGEL
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NBA Zwei-Mann-Show der Pacers

In der zweiten Runde der NBA-Play-offs mussten die Philadelphia 76ers in Indiana antreten. Dort trafen sie beim ersten Spiel der best-of-seven-Serie auf ein nicht zu neutralisierendes Spielerpaar: Reggie Miller und Jalen Rose.
Von Tobias Pox
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Indiana - Ring frei für Runde zwei. Die Indiana Pacers und Philadelphia 76ers hatten gestern die Ehre, die zweite K.o.-Etappe des diesjährigen Meisterschaftsrennen der NBA einzuläuten. Vor allem die Gastgeber ließen dabei aufhorchen und fegten ihren Widersacher aus Philadelphia mit 108:91 vom Feld. Allerdings war es weniger das gesamte Team der Pacers, welches Aufsehen erregend war, als vielmehr das sensationelle Duo Reggie Miller und Jalen Rose.

Einfach unglaublich, was sich im zum 45. Mal in Folge ausverkauften Conseco Fieldhouse von Indianapolis zutrug. Wenn es je einen perfekt funktionierenden Zweitaktmotor im Basketball gegeben hat, dann den der gestrigen Indiana Pacers. Sowohl Reggie Miller als auch sein Teamkompagnon Jalen Rose erzielten gegen Philadelphia jeweils exakt 40 Punkte und statuierten eine Ausnahme zu der Regel, dass eine Basketballmannschaft immer fünf aktiver Spieler auf dem Feld bedarf. Manchmal reichen auch zwei.

Reggie Miller schwebte offensichtlich noch auf der Wolke seines glorreichen 41-Punkte-Auftritts vom letzten Spiel gegen Milwaukee. Wahrscheinlich hätte der wohl beste Scharfschütze der Liga auch mit verbundenen Augen das rote Leder wegwerfen können. Der Ball wäre rein gegangen. Besonders von jenseits der Drei-Punkte-Linie zeigte sich der klassischte aller Shooting Guards nahezu unfehlbar. Insgesamt zehnmal drückte Miller von "downtown" - synonym für einen sehr weit entfernten Wurf - ab, siebenmal traf er.

Jalen Rose war offensichtlich so inspiriert vom Treiben seines Weggefährten, dass er diesem in nichts nachstehen wollte. Der gelernte Guard, der inzwischen jedoch auf die Forward-Position umgesattelt hat, streute zwar auch drei "Dreier" ein, im Wesentlichen konzentrierte sich der 27-Jährige jedoch auf den Zwei-Punkte-Bereich. Und das mit bemerkenswerter Zielsicherheit: Die Würfe von Rose fanden mit 72-prozentiger Wahrscheinlichkeit ihr Ziel (dreizehn Treffer bei achtzehn Versuchen). Weltklasse.

Eine solche Basketballpräsentation - oder sollte man vielleicht gar sagen: Offenbarung? - wie die von Miller und Rose sieht man nicht alle Tage. Das wussten auch die beiden Trainer. Pacers-Coach Larry Bird bezeichnete die Leistung seines Traumpaares als "außergewöhnlich". Sein Gegenüber, Sixers-Coach Larry Brown, kommentierte: "Ich weiß nicht, wie ich es anders sagen soll - Miller und Rose waren phänomenal". Es war erst das vierte Mal in der 51-jährigen Ligageschichte, dass zwei Spieler der gleichen Mannschaft je vierzig Punkte oder mehr in einem Spiel markierten.

Obwohl die Philadelphia 76ers vier Tage Pause und Zeit zum Auskurieren diverser Blessuren gehabt hatten - so konnte zum Beispiel Aufbauspieler Eric Snow nach seiner Knöchelverletzung wieder ins Team zurückkehren -, wirkten die Gäste gehemmt und ihrem Gegner nicht gewachsen. Zu allem Überfluß handelte sich der wichtigste Spieler der 76ers, Allen Iverson, der seine Mannschaft beim Punkten mit 28 Zählern anführte, knapp drei Minuten vor Schluss zwei technische Fouls und somit eine Disqualifikation ein. Iverson ging dabei so ungestüm auf den Referee los, dass dem Übeltäter nun sogar eine Spielsperre für die morgige zweite Begegnung der best-of-seven-Serie droht.