Negative Doping-Probe Jones soll in Deutschland starten
New York/Stuttgart - Wenn Jones den Wunsch äußere, beim World Athletics Finale am kommenden Wochenende in Stuttgart laufen zu wollen, "kann sie nach unseren Regeln antreten", sagte der Vizepräsident des Internationalen Leichtathletikverbandes IAAF, Helmut Digel, der Nachrichtenagentur dpa.
Sprinterin Jones (Archiv): "Ekstatisch"
Foto: APJones könne "zurecht empört sein", so Digel, der die öffentliche Vorverurteilung der Sprinterin kritisierte. Die 30-Jährige war am 23. Juni positiv auf das synthetische Hormon Epo getestet worden. Kurz bevor das Testergebnis der A-Probe bekannt wurde, hatte Jones ihre Teilnahme an einem Meeting in Zürich abgesagt. "Einmal mehr haben wir den Menschen Marion Jones zu betrachten", sagte Digel, der fordert, die dreimalige Olympiasiegerin als "saubere Athletin" zu betrachten.
Jones hatte nach Bekanntwerden der negativen B-Probe erklärt, sie sei glücklich, dass nun ihre Unschuld bewiesen sei. "Ich bin absolut ekstatisch", teilte die Sprinterin in einem Statement mit. "Ich habe immer gesagt, dass ich nie leistungssteigernde Mittel genommen habe und ich bin froh, dass ein wissenschaftlicher Test diese Tatsache nun bewiesen hat", hieß es in der Erklärung weiter. Sie freue sich darauf, auf die Laufbahn zurückzukehren. Im Fall einer positiven B-Probe hätten Jones mindestens zwei Jahre Sperre gedroht.
Die B-Probe wurde vom gleichen Labor an der University of California in Los Angeles untersucht. Die amerikanische Anti-Doping-Agentur habe Jones über das negative Ergebnis informiert, teilten ihre Rechtsbeistände mit. Jones' Anwalt Howard Jacobs kritisierte die Praxis, das Ergebnis der A-Probe vor der Kontrolle der B-Probe bekanntzugeben. "Der Fall Jones ist das perfekte Beispiel, dass das schlichtweg der Horror für die Athleten ist", sagte Jacobs.
Eine Stellungnahme des amerikanischen Leichtathletikverbandes liegt noch nicht vor.
goe/phw/AP/dpa