Neuer Champion Roger Federer gewinnt Wimbledon
London - Was Roger Federer vor zwei Jahren mit seinem Achtelfinalerfolg gegen Pete Sampras begonnen hat, hat er im Finale um die 117. All England Tennis Championships auf großartige Art und Weise vollendet: Der 21-Jährige schrieb als erster Schweizer Sieger in Wimbledon Sportgeschichte und eroberte die Spitze der Tenniswelt. Bei seinem 7:6 (7:5), 6:2, 7:6 (7:3)-Erfolg nach nur 1:56 Stunden über den Australier Mark Philippoussis zeigte er vor 13.800 Zuschauern auf dem berühmtesten Centre Court der Welt eine annähernd perfekte Demonstration seines außergewöhnlichen Talents.
Tood Woodbridge (r.) gewann in Wimbledon seinen achten Doppel-Titel und stellte damit den 98 Jahre alten Rekord der britischen Brüder Hugh und Reggie Doherty eingestellt. Der Australier siegte an der Seite seines schwedischen Partners Jonas Björkman (l.) mit 3:6, 6:3, 7:6 (7:4), 6:3 gegen das an Nummer eins gesetzte indisch-weißrussische Duo Mahesh Bhupathi/Max Mirnyi
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Für Playboy Mark Philippoussis schien die Sonne in Wimbledon nur bis zum Finale
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Der neue Wimbledon-Champion Roger Federer dankte nach dem Halbfinale den Fans, indem er sein Stirnband in die Zuschauerränge wirft
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Zerplatzte Träume eines Venus-Fans: Die ältere der Williams-Schwestern war im Endspiel gegen ihre Schwester Serena beim 6:2, 4:6, 2:6 auf Grund einer Verletzung letztlich chancenlos
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Der Star vor dem Sternenbanner: Serena Williams posiert nach ihrer erfolgreichen Titelverteidigung vor der US-Flagge
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Schnappschuss fürs Familienalbum: Serena Williams (r.) fotografiert die Vorbereitungen für die Siegerehrung
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"Ich bin unglaublich glücklich und erleichtert, dass ich es jetzt geschafft habe, auch bei einem Grand-Slam-Turnier zu gewinnen. Das war das Einzige, was an meiner Karriere noch gefehlt hat. Ich weiß gar nicht, wie ich das gemacht habe", sagte Federer, der sich nach dem verwandelten Matchball auf seinen Stuhl gesetzt, das Gesicht in den Händen verborgen und einige Tränen verdrückt hatte.
Seit er vor zwei Jahren den Titelverteidiger und siebenmaligen Wimbledon-Champion Sampras auf dem Centre Court entzauberte, haben alle Experten und Tennisfans den Durchbruch des jungen Schweizers erwartet. Doch bei all seinem Talent fehlten oft die Resultate bei großen Turnieren. Im letzten Jahr gewann er in Hamburg gegen Marat Safin sein erstes Masters-Turnier, bei einem Grand-Slam aber war er nie über das Viertelfinale hinausgekommen. "Wenn Roger Spaß hat, ist er der beste Spieler der Welt", sagte sein Trainer Peter Lundgren, der neben Freundin Miroslava Vavrinec, Mutter Lynette und den Pateneltern in der Spielerbox saß.
Boris Becker hatte als BBC-Kommentator Federer breits nach seinem Halbfinalerfolg über Andy Rodick in den höchsten Tönen gelobt. "Mit ihm beginnt eine neue Ära, er wird lange Zeit an der Spitze bleiben." Platz eins im Champions Race der ATP hat Federer bereits mit seinem Triumph übernommen. Im Entry-System, der Wertung über 52 Wochen, klettert er von Rang fünf auf Platz drei. Neben den sportlichen Meriten kann er sich über einen Siegesscheck über etwa 836.600 Euro freuen.
Federer ließ eigentlich vom ersten Spiel an nie einen Zweifel daran, dass er der neue Wimbledon-Champion sein wird. Er schlug mit großer Präzision auf und erlaubte während des gesamten Matches seinem Gegner nicht einen Breakpunkt. Dagegen returnierte er den gefürchteten Aufschlag des 26 Jahre alten Australiers fast ohne Mühe. Schon bis zum Tiebreak des ersten Satzes hatte er immer kleine Chancen auf mögliche Breakbälle, die Philippoussis aber abwehren konnte.