New York Der patriotische Marathon
New York - Der Lauf, der unter dem Motto "United We Run" - "Wir laufen vereint" stand, war den Opfern der Terroranschläge gegen das World Trade Center gewidmet. Rund 30.000 Sportler aus mehr als hundert Ländern der Welt nahmen teil. TV-Stationen übertrugen die Veranstaltung live in 65 Länder. Hunderttausende Schaulustige säumten die Strecke.
"New York ist eine freie Stadt und die Heimat für Menschen aller Nationalitäten und Religionen. Wir zeigen hier, dass dies auch immer so bleiben wird", erging sich Bürgermeister Rudolph Giuliani in lokalpatriotischen Gefühlen. New Yorker Fernsehstationen überblendeten die Live-Bilder des Marathons mehrfach mit Aufnahmen von Feuerwehrleuten und Polizisten, wie sie am 11. September fluchtartig davonlaufenden Menschen halfen. Viele Marathonläufer wollten Sponsorengelder und Spenden an die Fonds zur Unterstützung von Hinterbliebenen weitergeben.
Die Schnellsten kamen aus Afrika
Im schnellsten Lauf der Geschichte des New York Marathon siegte der Äthiopier Tesfaye Jifar in 2:07:43 Stunden bei den Männern. Als erste Frau lief nach 2:24:21 Stunden die Kenianerin Margaret Okayo über die Ziellinie der 42,195 Kilometer langen Strecke durch alle fünf Bezirke New Yorks. Mit Japhet Kosgei und Susan Chepkemei gingen auch die jeweiligen zweiten Plätze an Sportler aus dem kenianischen Hochland.
Unübersehbar waren die massiven Sicherheitsvorkehrungen. Über der Laufstrecke kreisten Hubschrauber. Zahlreiche Straßen und Brücken waren gesperrt. Alle Aktiven mussten sich lange vor dem Startschuss persönlichen Sicherheitskontrollen unterziehen. Sie wurden mit Metalldetektoren abgesucht und mussten in einer abgesperrten Zone auf den Start warten.
Sonderpässe und durchsichtige Plastiktüten
Jeder einzelne Läufer wurde mit einem Sonderpass ausgestattet, der während des Rennens zu tragen war. Ihre Verpflegung durften sie nur in durchsichtigen Plastiktüten bei sich tragen. Alle Teilnehmer wurden unter Hinweis auf mögliche Milzbrand- oder andere Giftattacken ausdrücklich davor gewarnt, Getränke oder Obst von Schaulustigen an der Strecke entgegenzunehmen. Zum ersten Mal seit der Premiere des New York City Marathons vor 32 Jahren hatten die Organisatoren Listen mit den Namen und persönlichen Daten aller Teilnehmer zur Überprüfung an das FBI gegeben. Der Lauf galt weithin als Testfall für die Sicherheitsvorkehrungen bei den Olympischen Spielen im Februar in Salt Lake City.