NFL Europe Die deutschen Teams
Düsseldorf Rhein Fire
Die Düsseldorfer sind auch dieses Jahr Favorit für den Gewinn des World Bowl. Der Titelverteidiger muss zwar eine neue Mannschaft aufbauen, aber der neue Cheftrainer Pete Kuharchek kann dieser Aufgabe gelassen entgegen sehen. Denn zumindest zwei Schlüsselspieler aus der Meisterschaftssaison kann Kuharchek wieder begrüßen.
Pepe Pearson, der 2000 für den entscheidenden Touchdown sorgte, wird auch in diesem Jahr wieder für Fire aktiv sein. Auch Urgestein Manfred Burgsmüller, mittlerweile 51 und nun schon seit Jahren der älteste Footballprofi aller Zeiten, schnürt noch eine weitere Spielzeit seine Stiefel.
Ein weiterer Vorteil: Mit Kuharchek beförderte Rhein Fire den eigenen Abwehrchef zum Head Coach. Kuharchek ist mit dem Umfeld bestens vertraut. Rosige Zeiten für General Manager Alexander Leibkind.
Der Fire-Mann wird sich auch 2001 auf das konzentrieren können, was er am besten kann: Mit ungewöhnlichen Aktionen rund um das Team für Wirbel sorgen und sich damit endgültig als stärkste Wirtschaftsmacht in der NFL Europe etablieren. Gegen die Titelverteidigung spricht eigentlich nur die Statistik: Noch nie konnte ein Team aus der NFL Europe zweimal in Folge den World Bowl gewinnen.
Frankfurt Galaxy
Der ehemaligen Ligakrösus musste sportlich nicht nur die bitterste Spielzeit seit 1992 verkraften, sondern auch mit ansehen, wie Erzrivale Rhein Fire in der Publikumsgunst erstmals die Nase vorne hatte. Ein Trend, der sich immer noch nicht gelegt hat: Frankfurt verkaufte weniger Dauerkarten als in den Jahren zuvor.
Dennoch will Galaxy-Boss Tillman Engel einen Schnitt von 35.000 Zuschauern pro Spiel erreichen. Auf dem Feld gelte es "Glaubwürdigkeit zurück zu gewinnen". Damit das klappt, verordnete Engel seinem Team eine Radikalkur. Mit Doug Graber steht ein neuer Cheftrainer auf der Kommandobrücke. Altbekannte Spieler wie Werner Hippler, Mario Bailey oder Kicker Ralf Kleinmann fehlen.
Für die nötigen Punkte sollen jetzt vor allen Dingen Spielmacher Michael Bishop (New England Patriots) und Passempfänger Andy McCullough sorgen. McCullough spielte bereits 1999 für Galaxy und war beim Gewinn des World Bowl der wertvollste Spieler des Teams.
Berlin Thunder
Der erfahrene Cheftrainer von Berlin Thunder, Peter Vaas, hofft, dass die Berliner endlich die rote Ligalaterne abgeben können. Und General Manager Michael Lang ergänzt: "Wir haben zwei Jahre lang Aufbauarbeit geleistet. Jetzt ist es Zeit, dass das Team den Vertrauensvorschuss der Fans zurückzahlt." Die Chancen sind nicht schlecht. Mit Jonathan Quinn hat Thunder einen der besten Quarterbacks der Liga zugeteilt bekommen.
In Berlin zählt aber nicht nur der sportliche Erfolg. Denn Thunder hat sich in der Hauptstadt zwar etabliert, allerdings nicht so, wie sich das die Ligabosse in London und New York erhofft haben. Durchschnittlich knapp 10.000 Zuschauer verfolgten im letzten Jahr die Spiele des jüngsten Ligateams. Zu wenig, um für strahlende Gesichter zu sorgen.
Dazu passt, dass der angestrebte Umzug ins Berliner Olympiastadion scheiterte. Thunder trägt seine Partien wie in den letzten beiden Spielzeiten im Jahn-Sportpark im Bezirk Prenzlauer Berg aus. Dies sorgt, trotz der Nähe zu Basketball-Serienmeister ALBA Berlin, nicht gerade für Laufkundschaft.
"Unsere Situation hat sich dank neuer Sponsoren schon jetzt verbessert, wir haben fast doppelt so viele Dauerkarten verkauft wie im Vorjahr", sagt Manager Lang, "trotzdem gehen wir von einem Zuschauerschnitt von 10.000 Besuchern pro Spiel aus."