Nicolas Kiefer: Spaziergang ins Achtelfinale - DER SPIEGEL
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Nicolas Kiefer Spaziergang ins Achtelfinale

Obwohl er durch die leidige Davis-Cup-Diskussion derzeit meist nur negative Schlagzeilen hat, stimmt es in sportlicher Hinsicht bei Nicolas Kiefer. Bei den Australian Open hatte er so gut wie keine Schwierigkeiten mit dem Marokkaner Karim Alami.
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Melbourne - Daviscup-Verweigerer Nicolas Kiefer siegt am anderen Ende der Welt immer schneller und läßt sich auch durch einen neuen Fan namens Anna Kurnikowa nicht in Verlegenheit bringen. Vor den Augen der 18-jährigen Tennis-Lolita, die den ersten Satz an der Seite von Trainer Bob Brett auf der Tribüne verfolgte, besiegte der letzte Deutsche in der dritten Runde der Australian Open den Marokkaner Karim Alami leicht und locker 6:3, 6:4, 6:2 und zog damit erst zum drittenmal in seiner Karriere ins Achtelfinale eines Grand Slam-Turniers ein.

Dort trifft Kiefer am Montag auf den Südafrikaner Wayne Ferreira (53. der alten Weltrangliste), der den Spanier Francisco Clavet (38.) ausschaltete. Der "coole Kiwi" ("Ich bin hier, um zu gewinnen") wirkt gelassen und selbstbewußt wie selten zuvor. Die Chancen, zum drittenmal nach Wimbledon 1997 und Melbourne 1998 ins Viertelfinale eines Grand Slams vorzustoßen, stehen nicht schlecht.

"Ich habe sehr gut gespielt, sehr gut returniert und sehr gut aufgeschlagen, so kann es weitergehen", meinte Kiefer nach seiner kühlen Tennislektion gegen Alami vor nur 8000 Zuschauern in der kühlen "Rod Laver-Arena" (17 Grad) "sehr zufrieden": "Es wäre schön, hier ins Finale zu kommen, aber noch schaue ich nur auf das nächste Match."

Gegen Alami, immerhin 30. der alten Weltrangliste, tat sich Kiefer leichter als erwartet, zumal der 26 Jahre alte Marokkaner mit den Gedanken bei seiner Frau Nathalie war, die ihm zwei Tage zuvor in ihrer Heimatstadt Sao Paulo einen Sohn geschenkt hatte. Nach nur 99 Minuten verwandelte Kiefer mit seinem fünften As den vierten Matchball, sichtlich entspannt schoss er einen Ball in den grauen Regenhimmel über Melbourne. Der erste Auftritt in der großen Arena machte ihm sichtlich Spaß: "Es ist einfacher, auf dem Centre Court zu spielen, da fegt der Wind nicht so rein wie auf den Außenplätzen."

Nach der herben Kritik an seiner Daviscup-Absage und der Auseinandersetzung mit Tommy Haas fühlt sich Kiefer dagegen als letzter deutscher Mohikaner in Melbourne sichtlich wohl. So wohl sogar, daß er Zeit fand für ein paar launige Bemerkungen zu seinem neuen weiblichen Fan Kurnikowa, die erst tags zuvor durch ihre angebliche Romanze mit "Local Hero" Mark Philippoussis für Schlagzeilen gesorgt hatte.

"Ist eine versteckte Liebe", scherzte Kiefer, als er nach der Art seiner Beziehung zur vier Jahre jüngeren Russin gefragt wurde. Man kenne sich seit der Jugend, "vielleicht spielen wir mal Mixed zusammen." Ansonsten aber sei er lieber mit seiner Freundin Inga zusammen: "Ich habe immer noch Schmetterlinge im Bauch."