Nils Schumann "Das Rennen meines Lebens"
Herr Schumann, wann haben Sie an die Goldmedaille geglaubt?
Nils Schumann:
Ich habe das ganze Rennen über an Gold geglaubt, auch wenn ich vorher dachte: Mit dieser Einstellung hole ich Silber oder Bronze. Das war das Rennen meines Lebens. Ich werde erst in ein paar Wochen begreifen, was es bedeutet.
Langsame erste Runde, dann wahnsinnig schnelle letzte 300 Meter - haben Sie mit diesem Rennverlauf gerechnet?
Schumann: Ich dachte, es würde schneller, um dem Russen Jurij Borsakowski und mir die Spurtkraft zu rauben. Das ruhige Anfangstempo kam mir natürlich entgegen.
Besonders bei der Siegerehrung wirkten Sie sehr ergriffen.
Schumann: Ich war sehr stolz, die Hymne zu hören. Ich hoffe, dass ich mit meinem Sieg gezeigt habe, dass man auch in Deutschland Spitzensportler nach oben bringen kann.
Wem widmen Sie Ihre Goldmedaille?
Schumann: Meinem Trainer, weil er neben meinem Vater den größten Anteil daran hat. Er hat mir immer wieder die nötige Disziplin eingeimpft, mir oft in den Arsch getreten. Ich bin nämlich nicht der leichteste Athlet.
Wie feiern Sie Ihren Erfolg?
Schumann: Ich bin ein ausgesprochener Biertrinker. Und die selbst auferlegte Sperre der letzten drei Monate werde ich jetzt durchbrechen.
Das Interview führte Berthold Mertes, sid