Nostalgie-Duell: Ben Johnson rennt um seinen Ruf - DER SPIEGEL
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Nostalgie-Duell Ben Johnson rennt um seinen Ruf

16 Jahre nach dem bis dato größten Doping-Skandal der olympischen Geschichte soll es im Sommer 2004 zur Neuauflage des 100-Meter-Endlaufs von Seoul kommen. Ben Johnson hofft, diesmal alles richtig zu machen. Auch der große Rivale Carl Lewis will an den Start gehen.
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Las Vegas - "Es wird das letzte Rennen meines Lebens und soll ein gebührender Schlussstrich sein. Nicht viele Menschen erhalten eine zweite Chance. Ich werde sie nutzen, um meinen guten Ruf wiederherzustellen", sagte der damals gedopte Johnson, der nach einem Wiederholungsfall im Januar 1993 vom Leichtathletik-Weltverband IAAF lebenslang gesperrt wurde. Sein früherer Agent Morris Chrobotek hat bereits mit der Organisation des Showdowns begonnen - unabhängig von einer Genehmigung durch den IAAF.

Der Termin steht noch nicht fest, soll aber wenige Wochen vor Beginn der Sommerspiele von Athen (13. bis 29. August) liegen. Der mittlerweile 41-jährige Johnson fiebert dem Lauf in Seoul entgegen. Seine Goldmedaille und der Weltrekord von 9,79 Sekunden waren 1988 drei Tage nach dem vermeintlichen Olympiasieg wegen Nachweises des anobolen Steriods Stanozolol für ungültig erklärt.

Die üppigen Prämien - zwei Millionen Dollar für den Sieger, eine Million für den Zweitplazierten und 750.000 Dollar für den Dritten - sind wohl mit ein Grund dafür, dass bis auf Silbermedaillengewinner Linford Christie (Großbritannien), vier Jahre danach Olympiasieger in Barcelona, alle Stars von damals ihre Zusage gaben. Neben Johnson, den US-Amerikanern Carl Lewis, Dennis Mitchell und Calvin Smith wollen Robson da Silva (Brasilien), Desai Williams (Kanada) und Raymond Stewart (Jamaica) noch einmal die Rennschuhe schnüren.

Die meisten der Teilnehmer haben zwar die 40 überschritten, doch Mitchell glaubt, dass das Oldie-Duell die Massen begeistern wird: "Damals sind die Leute nicht gekommen, um ein Rennen, sondern den Showdown von Ikonen zu sehen. Daran hat sich nichts geändert." Dass vier der acht Finalteilnehmer in ihren Karrieren unter Dopingverdacht standen oder des Dopings überführt wurden, bleibt beim PR-Einsatz für das Rennen unerwähnt. Durch die Revanche für das Jahrhundert-Rennen - in Seoul unterboten gleich vier Läufer die magische Zehn-Sekunden-Marke - hofft Johnson auf inneren Frieden. "Diesmal werde ich es richtig machen. Ich hoffe und glaube, dass ich noch einmal Geschichte schreiben kann", so der Olympiasieger für drei Tage.

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