Olli & Andi "Enttäuschung ist riesengroß"
SPIEGEL ONLINE:
Wie groß ist nach der Pleite die Enttäuschung?
Andi Scheuerpflug: Riesengroß natürlich - weniger über den verpassten Sieg, als viel mehr darüber, dass wir so schlecht gespielt haben. Da bereitet man sich zwei Jahre lang vor, investiert viel, verbessert sich kontinuierlich und am Ende so ein Spiel.... Da kann man ja nur enttäuscht sein. Wir versuchen aber dem Ganzen etwas Positives abzugewinnen. Wir werden nun ins deutsche Haus gehen und dort zumindest mit unserem Mitbewohner Stephan Vuckovic ein, zwei Bier trinken. Er hat nämlich heute Silber im Triathlon gewonnen und hält damit die Ehre unseres Hauses hoch. Morgen werden wir dann leicht trainieren und übermorgen geht es in der Looserrunde weiter. Vielleicht schaffen wir ja noch den Sprung ins Achtelfinale. Sollten wir dieses Spiel verlieren, ist das Turnier für uns vorbei.
SPIEGEL ONLINE: Wart Ihr nervös vor Eurem Spiel?
Olli Oetke: Eigentlich gar nicht - bis es dann losging. Die Amerikaner Dain Blanton/Eric Fonoimoana konnten mit dem Druck anscheinend besser umgehen, ihre Nervosität in Aggressivität umwandeln und uns ständig unter Druck setzen. Wir dagegen fanden nie so richtig unser Spiel, hatten keinen Rhythmus - das Resultat war, dass wir unser schlechtestes Spiel in diesem Jahr zeigten und völlig verdient mit 15:7 verloren.
SPIEGEL ONLINE: Wie war Euer Tagesablauf?
Andi Scheuerpflug: Unser Spiel war am Nachmittag angesetzt, wir hatten also keinen Stress vor dem Spiel. Wir konnten ja bis neun Uhr ausschlafen, gemütlich frühstücken, noch ein letztes Mal beim Arzt vorbeischauen. Schließlich hatte ich ja drei Tage wegen einer Angina im Bett gelegen. Dann sind wir nach Bondi gefahren. Die Fahrt dauerte ein bisschen länger, da wir wieder mal einen ortsfremden Busfahrer erwischt hatten. Je nach Fahrer dauert der Transport zwischen einer und fast zwei Stunden. Nach guten 70 Minuten waren wir endlich da, konnten noch locker trainieren. Anschließend ein paar Nudeln zu Mittag essen und ausruhen, warten, andere Spiele anschauen. Und dann nahm das Unheil seinen Lauf.
Das Gespräch führte Till Weber.