Olli & Andi: Eröffnungsfeier mit Angina - DER SPIEGEL
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Olli & Andi Eröffnungsfeier mit Angina

Warum nur ein Teil von Oetke/Scheuerpflug sich in einen Anzug zwängen musste und bei der Eröffnungsfeier der Spiele von Sydney mittendrin sein konnte - statt nur dabei.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

SPIEGEL ONLINE:

Heute war der offizielle Beginn der Olympischen Spiele, habt Ihr schlafen können?

Andi Scheuerpflug: Ehrlich gesagt nur wenig. Noch vor ein paar Wochen habe ich mir gedacht, dass ich sicher etwas nervös sein würde vor dem Einmarsch - das war dann aber leider überhaupt nicht das Problem.

SPIEGEL ONLINE: Wieso leider?

Andi: Eine Angina hat mich zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt angefallen. Das einzig gute daran war, dass ich so sehr mit meinem Hals beschäftigt war, dass ich eben nicht nervös sein konnte. Man muss allem etwas Positives abgewinnen.

SPIEGEL ONLINE: Aber beim Einmarsch konntet ihr dann beide dabei sein, oder?

Andi: Leider nein - es war ein bisschen so wie früher in der Schule: Wer morgens nicht hingeht, darf auch mittags nicht spielen. Und da ich das Morgentraining krankheitsbedingt ausgelassen hatte, musste ich konsequent sein und mich zum Einmarsch auf die Tribüne setzen. Einmarsch, das ist nämlich nicht nur einmal durchs Stadion gehen. Schon anderthalb Stunden vor Beginn der Feier werden die Athleten mit Bussen ins - neben dem Hauptstadion liegende - Baseballstadion gebracht; dort sitzt man dann drei Stunden rum, dann marschiert man ein, und dann steht man noch mal ein bis zwei Stunden. Alles in allem viel stehen, viel warten und das alles in einem dünnen Anzug und bei Frühlingstemperaturen.

SPIEGEL ONLINE: Die Anzüge des deutsche Teams waren wieder einmal...

Andi: Vor allem bei den Frauen. Jedenfalls hat sich Olli seine gelbe Krawatte umgebunden und ist mit all den Athleten, die nicht heute schon große Wettkämpfe hatten, einmarschiert. Sein Kommentar nach der Veranstaltung war - trotz Outfit - aussagekräftig: Er fand's "ergreifend".

SPIEGEL ONLINE: Und wie hast Du die Eröffnungsfeier schlussendlich erlebt?

Andi: Da das NOK immer bemüht ist, den Athleten die lange Steherei zu ersparen, bekamen diejenigen, die nicht mit einmarschieren wollten, Karten angeboten. Also habe ich mich dick eingepackt und das ganze live mitverfolgt.

SPIEGEL ONLINE: Und, war es ergreifend?

Andi: Es war... Ein riesengroßes Stadion, mit 120.000 Zuschauern voll besetzt, eine tolle Show, ein Miteinander der unterschiedlichsten Nationen. Die zu vermittelnde Botschaft, dass diese Spiele ein großartiges Ereignis werden sollten, musste gar nicht ausgesprochen werden. Sie war während der ganzen Feier zu spüren. Früher fand ich diese Eröffnungsfeiern ja immer etwas zu theatralisch inszeniert, aber dadurch, dass ich das hier miterlebt habe, weiß ich, dass ich ab jetzt jede weitere anschauen und mich mit einem Kribbeln an Sydney 2000 erinnern werde.

Das Gespräch führte Thomas Lötz.