Olli & Andi Halblegaler Zutritt
SPIEGEL ONLINE:
Andi und Olli, wie habt Ihr Euch Eure freie Zeit heute vertrieben?
Olli Oetke: Zuerst bei der Leichtathletik. Die Stimmung im ständig ausverkauften Stadion ist einmalig. 110.000 Zuschauer feuern die Athleten an, völlig egal aus welchem Land sie kommen. Auch Lars Riedel hat uns beim Abendessen bestätigt, dass man als Athlet ständig eine Gänsehaut hat. Als Zuschauer im Stadion hast Du den Nachteil, dass Du die Wettkämpfe leider wirklich nicht so gut verfolgen kannst wie vor dem Fernseher.
SPIEGEL ONLINE: Wie Ihr uns erzählt habt, gibt es aber auch beim Besuch anderer, kleinerer Stadien Probleme...
Andi Scheuerpflug: Ja, beim Schwimmen zum Beispiel, wo wir nach der Leichtathletik waren. Ich hatte Karten bekommen, mein Platz wäre aber direkt hinter dem Sprungturm gewesen. Also habe ich mich mit der Akkreditierung eines Schwimmers reinschmuggeln lassen und konnte dadurch mitten im Schwimmerblock sitzen. Ist schon toll, wie die sich gegenseitig anfeuern. Wenn die deutschen Reporter mal von hier aus einen Wettkampf beobachtet hätten, würden sie wohl nicht so oft von der schlechten Stimmung im Schwimmteam berichten. Und dass die Lagenstaffel sich dann auch noch Bronze erschwamm, war natürlich der Höhepunkt.
SPIEGEL ONLINE: Aber Ihr verbringt doch nicht den ganzen Tag in geschlossenen Räumen, oder?
Andi: Keine Sorge. Im Anschluss ans Schwimmen wollte ich noch zum Hockey und musste deswegen vom Aquatic Centre einmal quer durch den Olympic Parc. Von der Volksfeststimmung, die dort herrscht, machst Du Dir keinen Begriff: Massen schieben sich von einem Wettkampf zum nächsten, überall sind Künstler, die mit ihren Darbietungen ein wenig Geld verdienen wollen, und die Fans haben sich Fahnen umgebunden oder auf die Backe gemalt. Die Menschen scheinen von überall auf der Welt gekommen zu sein, um ihre Sportler zu unterstützen, sind bester Laune und genießen ihr ganz persönliches "Erlebnis Olympia".
Olli: Und nach den Wettkämpfen geht es genau so weiter. Die Fahne wird ins Zimmer gelegt, die Partykleidung rausgeholt, und dann trifft sich alles in Darling Harbour. Dort findet man eine Bar neben der nächsten, und man hat den Eindruck, dass die Party hier gar nicht mehr aufhört. Für die Zuschauer scheint Olympia genauso außergewöhnlich zu sein wie für die Sportler selbst. Ein Australier erzählte mir, dass Sydney wohl richtig langweilig werde, wenn die Spiele erst mal vorbei sind.
Das Gespräch führte Thomas Lötz.