Olli & Andi Urlaub statt Achtelfinale
SPIEGEL ONLINE:
Andi und Olli, ihr seid frühzeitig aus dem olympischen Turnier ausgeschieden. Woran lag es?
Andi Scheuerpflug:Leider konnten wir unsere gewohnte Leistung erneut nicht zeigen. Es ist natürlich enttäuschend, dass wir ausgerechnet beim olympischen Turnier so schlecht waren. Aber wir hatten gut trainiert, können uns also nichts vorwerfen. Wir konnten uns einfach nicht so richtig mit dem tiefen Sand anfreunden. Was für Boris Becker der rote Sand war ist für uns anscheinend der tiefe.
SPIEGEL ONLINE: Was bleibt nach dem Ausscheiden?
Olli Oetke: Obwohl dieses Turnier mit Sicherheit das bedeutendste ist, fällt es einem dennoch leichter, mit Niederlagen umzugehen. Das Erlebnis "Olympische Spiele" ist wertvoll. Es lässt einen die Niederlage zwar nicht vergessen, aber doch zumindest besser verdauen. Wir bekamen auch ziemlich direkt sehr nette Mails aus der Heimat.
SPIEGEL ONLINE: Von wem zum Beispiel?
Olli Oetke: Freunde erinnerten uns auf sehr liebe Art daran, dass es eine großartige Leistung war, sich für diese Spiele zu qualifizieren. Und dann gibt es ja noch den berühmten Spruch: "Dabei sein ist alles." Ein Spruch, den natürlich vor allem die Verlierer zitieren...
SPIEGEL ONLINE: Wie haben die Verlierer Oetke/Scheuerpflug die Niederlage verwunden?
Andi Scheuerpflug: Olli hat sich von seiner Freundin trösten lassen. Ich bin noch ins Deutsche Haus, wo sich so langsam immer mehr "beurlaubte" Sportler treffen. Einige hatten nur am Anfang der Spiele Wettkämpfe, andere sind - wie wir - schon früh ausgeschieden: Das Badminton-Doppel Nicole Grether und Karen Stechmann, der Radfahrer Sören Lausberg, der Turner Andreas Wecker, um nur einige Anwesende zu nennen. Nicole und Karen haben eine kleine Einführung ins Badminton angeboten, nicht aktiv, sondern passiv: Wir werden mit ihnen das Finale im Herren-Doppel anschauen. Das Gute hier ist eben auch, dass man sich unterschiedliche Sportarten nicht nur anschauen, sondern auch erklären lassen kann. Das wollen wir natürlich ausnützen, Sportarten anzuschauen, die wir sonst nie live sehen würden.
Das Gespräch führte Till Weber.