Olympia 2012: Florettfechter holen Bronze - DER SPIEGEL
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Erfolg gegen US-Team Deutsche Florettfechter gewinnen Bronze

Deutlicher Sieg im kleinen Finale: Deutschlands Florettfechter haben sich mit einem Erfolg gegen die USA die Bronzemedaille gesichert. Doch nach der unglücklichen Halbfinal-Niederlage gegen Japan war der Jubel gedämpft.
Florettfechter Joppich: Bronze mit der deutschen Mannschaft
Florettfechter Joppich: Bronze mit der deutschen Mannschaft

Florettfechter Joppich: Bronze mit der deutschen Mannschaft

Foto: Andrew Medichini/ AP
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Hamburg - Das deutsche Team hat im letzten olympischen Fecht-Wettbewerb von London Team-Bronze mit dem Florett gewonnen. Peter Joppich, Benjamin Kleibrink, Sebastian Bachmann und André Weßels besiegten die USA im Gefecht um Platz drei mit 45:27.

Im Halbfinale hatten die Deutschen 40:41 im Sudden Death gegen Japan verloren, auch weil dreimal unglücklich gegen sie entschieden worden war. "Das war die Retourkutsche für Damendegen", sagte Bundestrainer Ulrich Schreck. "Mir geht das Ganze auf die Nerven", so Schreck, "das stinkt - und mir stinkt das gewaltig. Damit machen wir das Fechten kaputt."

Was Schreck meinte, dauerte gerade einmal 13 Sekunden. 40:40 stand es im Gefecht um den Finaleinzug, dann traf Joppich zweimal - und jubelte zweimal über seine vermeintlich erste Olympiamedaille. Doch zweimal ließ der Obmann den Treffer nach Studium der Video-Aufzeichnung nicht zählen, auch um den folgenden dritten Treffer gab es noch Streit. Pikant: Der Videorichter kam aus Südkorea.

Zweite Medaille nach Heidemanns Silber

Am Montag hatte die deutsche Degenfechterin Britta Heidemann im Halbfinale gegen die Südkoreanerin Shin A Lam erst nach einer mehr als einstündigen Diskussionen den entscheidenden Treffer zugesprochen bekommen. Die Bilder, der auf der Planche weinenden Asiatin gingen um die Welt. Ein Protest der südkoreanischen Delegation wurde abgewiesen. Heidemann hatte danach mit Silber die erste Medaille für die deutschen Fechter gewonnen. "Es kann nicht sein, dass das jetzt auf dem Rücken der Sportler ausgetragen wird", sagte Schreck. Doch die Proteste halfen nicht, Deutschland blieb nur Bronze. Gold sicherten sich am Abend die Italiener, die Japan 45:39 besiegten.

Und es gab eine weitere Nachricht, die den Gewinn der Bronzemedaille trübte: Sebastian Bachmann hat sich eine Verletzung am rechten Knie zugezogen. Er verdrehte sich während seines dritten und letzten Einsatzes das Gelenk. "Da steckte schon vorher ein Meniskusschaden drin", sagte der Olympia-Neuling. In der kommenden Woche will er sich nach seiner Rückkehr nach Deutschland genau untersuchen lassen. Schließlich humpelte er auf Krücken durch die Londoner Halle.

Bisher war die Silbermedaille für Degenfechterin Heidemann das einzige Edelmetall für das deutsche Team gewesen. "Wir haben unsere beiden Medaillen, die wir unbedingt brauchten", sagte der scheidende Sportdirektor Manfred Kaspar: "Vom Potenzial her war mehr möglich. Wir holen weniger Medaillen, als von der Substanz her möglich war."

leh/sid/dpa