Olympiasieger am Freitag Briten gewinnen Bahnrad-Gold in Weltrekordzeit
Britisches Bahnrad-Quartett: Gold in Weltrekordzeit
Foto: Ian Langsdon/ dpaHamburg - Gold für Großbritannien! In Weltrekordzeit hat das britische Team die Mannschaftsverfolgung im Bahnradfahren über 4000 Meter gewonnen. Das Quartett aus Geraint Thomas, Edward Clancy, Steven Burke und Peter Kennaugh war mit 3:51,659 Minuten über drei Sekunden schneller als Australien (3:54,581). Die Bronzemedaille sicherte sich Neuseeland in 3:55,952 Minuten.
Für die nächste britische Goldmedaille sorgte Victoria Pendleton: Sie ist die erste Olympiasiegerin im Keirin. Im Sechser-Finale der erstmals bei Olympischen Spielen ausgetragenen Bahnrad-Disziplin setzte sich die Sprint-Olympiasiegerin von Peking in 10,965 Sekunden auf die letzten 200 Meter durch. Silber ging an die Chinesin Guo Shuang, Bronze an Lee Wai Sze aus Hongkong.
Anna Watkins und Katherine Grainger haben Olympia-Gastgeber Großbritannien das sechste Gold der Spiele von London beschert. Die Weltmeisterinnen entschieden das Ruder-Finale im Doppelzweier der Frauen wie erwartet für sich und lagen nach 2000 Metern vor den Australierinnen Kim Crow und Brooke Pratley sowie den Polinnen Magdalena Fularczyk und Julia Michalska. Tina Manker und Stephanie Schiller waren im Hoffnungslauf gescheitert.
Über 10.000 Meter der Frauen hat Tirunesh Dibaba wie schon in Peking 2008 Gold gewonnen. Die 27 Jahre alte Ausnahmeläuferin aus Äthiopien siegte in 30:20,75 Minuten vor den Kenianerinnen Sally Kipyego (30:26,37 Minuten) und Vivian Cheruiyot (30:30,44). Die Deutsche Sabrina Mockenhaupt belegte in 31:50,35 Minuten Rang 17.
Die neuseeländischen Ruderer Eric Murray und Hamish Bond haben in souveräner Manier die Goldmedaille im Zweier ohne Steuermann gewonnen. Die Top-Favoriten wurden auf dem Dorney Lake ihrer Rolle gerecht und siegten mit 4,46 Sekunden Vorsprung vor Germain Chardin und Dorian Mortelette aus Frankreich. Dritte wurden die Briten George Nash und William Satch. Für Neuseeland war es das erste Olympia-Gold in dieser Bootsklasse überhaupt.
Kurz danach holte in Mahe Drysdale im Einer ein weiterer "Kiwi" Gold. Silber ging an den tschechischen Vizeweltmeister Ondrej Synek, der WM-Dritte Alan Campbell aus Großbritannien gewann Bronze. Marcel Hacker landete abgeschlagen auf dem sechsten Platz.
Südkorea ist Mannschafts-Olympiasieger im Säbelfechten. Der Deutschland-Bezwinger gewann das Finale gegen Rumänien 45:26. Italien holte dank eines 45:40-Sieges gegen Weltmeister Russland Bronze. Das deutsche Team landete nach Siegen in den Platzierungsgefechten gegen den WM-Zweiten Weißrussland (45:40) und China (45:30) am Ende auf Rang fünf.
Weitere Goldmedaillen-Gewinner am Freitag
Der französische Ausnahme-Kämpfer Teddy Riner hat sich zum Abschluss der Judo-Wettkämpfe Gold im Schwergewicht gesichert. Der 2,04-Meter-Mann, der zuletzt fünf WM-Titel in Serie gewonnen hatte, besiegte den russischen Europameister Alexander Michajlin. Für Frankreich war es das zweite Judo-Gold in London.
Bei den Frauen setzte sich Idalys Ortiz in der Klasse über 78 Kilogramm durch - und gewann erstmals Judo-Gold für Kuba. Sie entschied das Finale durch Kampfrichterentscheid gegen die Japanerin Mika Sugimoto für sich. Bronze holten die Britin Karina Bryant und Peking-Olympiasiegerin Tong Wen aus China.
Der frühere Weltmeister Dong Dong hat die Goldmedaille im Trampolinspringen gewonnen. Der Chinese siegte vor Dimitri Uschakow aus Russland und seinem Landsmann Lu Chunlong. Der Deutsche Henrik Stehlik war in der Vorrunde gescheitert und belegte den neunten Platz.
Die Mixed-Weltmeister Zhang Nan und Zhao Yunlei haben Gold im Badminton geholt. Das Duo setzte sich im chinesischen Finale gegen Chen Xu und Ma Jin 21:11, 21:17 durch. Bronze ging an Joachim Fischer und Christinna Pedersen. Die Dänen gewannen 21:12, 21:12 gegen Tontowi Ahmad und Liliyana Natsir aus Indonesien. Die Deutschen Michael Fuchs und Birgit Michels waren im Viertelfinale ausgeschieden.
Die kasachische Gewichtheberin Swetlana Podobedowa hat die Goldmedaille in der Klasse bis 75 Kilogramm gewonnen. Die Vize-Weltmeisterin entschied das Duell um den Sieg gegen die russische Weltrekordhalterin Natalja Sabolotnaja aufgrund des leichteren Körpergewichts für sich. Beide Athletinnen hatten im Olympischen Zweikampf 291 Kilogramm gestemmt. Bronze sicherte sich Irina Kulescha aus Weißrussland (269).
Bei den Männern in der Klasse bis 85 Kilogramm gewann Außenseiter Adrian Zielinski. Der Polen kam im Zweikampf auf insgesamt 385 Kilogramm (Reißen 174, Stopen 211). Zwar bewältigte der Russe Apti Auchadow die gleiche Last, war aber schwerer als der 19-jährige Zielinski. Bronze sicherte sich Kianoush Rostami aus Iran mit 380 Kilogramm.
Der Südkoreaner Oh Jin-Hyek hat die Goldmedaille im Einzel-Bogenschießen gewonnen. Er siege vor Takaharu Furukawa aus Japan und dem Chinesen Dai Xiaoxiang. Der Deutsche Camilo Mayr war bereits in der ersten Runde gescheitert.
Der Weißrusse Sergej Martinow gewann das Finale mit dem Sportgewehr liegend mit 705,5 Ringen, Zweiter wurde der Belgier Lionel Cox (701,2) vor dem Slowenen Rajmond Debevec (701,0). Daniel Brodmeier belegte mit 698,2 Ringen den fünften Platz.
Den Sieg im Finale mit der Schnellfeuerpistole ging an den Kubaner Leuris Pupo, der für sein Land die erste Goldmedaille in London gewann. Silber holte sich Vijay Kumar aus Indien vor Ding Feng aus China. Der russische Top-Favorit Alexej Klimow wurde Vierter. Der Deutsche Christian Reitz schied nach dem "Hit-or-Miss"-System mit 13 Treffern bereits nach der ersten Runde aus und wurde Sechster. Ralf Schumann hatte bei seiner siebten Olympia-Teilnahme erstmals das Finale verpasst, er kam nach dem zweiten Qualifikationsdurchgang am Freitag nur auf 577 Ringe.