Vierte Plätze bei Olympia: Nicht immer undankbar
Die tragischsten Vierten bei Olympia So ein Blech!
Aus dem Startblock kam sie gut. Marie Josée Ta Lou, 27, lieferte sich im 100-Meter-Finale ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Führenden Elaine Thompson aus Jamaika, Ta Lou lag auf dem Silberrang, es sah gut aus, nach einer Medaille. Doch dann schob sich auf den letzten Metern erst Tori Bowie (USA) an ihr vorbei, auch die Jamaikanerin Shelley-Ann Fraser-Pryce schloss auf.
Dann war das Rennen vorbei. Thomson siegte ungefährdet , Bowie holte Silber. Und dahinter? Ta Lou hatte gemeinsam mit Fraser-Pryce die Ziellinie überquert, 10.86 Sekunden zeigte die Uhr für beide Läuferinnen an - doch Bronze bekam nur Fraser-Pryce. Ta Lou blieb nach dem Zielfoto-Entscheid nur der vierte Platz.
Marie Josée Ta Lou von der Elfenbeinküste ist eine der tragischsten Geschichten dieser Olympischen Spiele. Denn vier Tage später ging sie erneut ins Rennen, dieses Mal über 200 Meter. Wieder siegte Thompson, und wieder blieb für Ta Lou nur der vierte Platz. Sechs Hundertstel fehlten der Ivorerin dieses Mal zu Bronze. Blech-Marie.
Ein vierter Platz ist ein hervorragendes Ergebnis
Selten ist der vierte Platz gleich doppelt undankbar wie bei Ta Lou, doch häufig ist er denkbar knapp. So entschied im Rennen über 10.000 Meter nur eine Hundertstelsekunde über die Bronzemedaille. Hier hatte der Äthiopier Yigrem Demelash im Kopf-an-Kopf-Rennen gegen seinen Landsmann Tamirat Tola das Nachsehen. Ein Wimpernschlag nach zehn Kilometern und mehr als 27 Minuten Laufzeit.
Die Nummer vier bei Olympischen Spielen - den Wenigsten gelingt es, diese Platzierung als das hervorragende Ergebnis anzuerkennen, das es eigentlich ist. Und doch gibt es sie, die Athleten, die nicht Bronze verloren, sondern den vierten Platz gewonnen haben.
Die deutsche Weitspringerin Malaika Mihambo ist dafür ein gutes Beispiel. Sie stellte eine neue persönliche Bestweite auf und wurde Vierte hinter den drei überragenden Favoritinnen. Die 22-Jährige grämte sich daher auch nicht, weil sie keine Medaille gewann, sondern freute sich über ihr Ergebnis: "Wenn man über sich hinausgewachsen ist und eine neue Bestleistung aufgestellt hat, ist ein vierter Platz super. Mit ein bisschen Glück hätte es eine Medaille sein können, aber dann das nächste Mal."
Klicken Sie sich durch die Fotostrecke mit den spannendsten und engsten vierten Plätzen und den deutschen Viertplatzierten.
Vierte Plätze bei Olympia: Nicht immer undankbar