Kritik von Olympiasiegerin Kristina Vogel zweifelt Leistungen britischer Athleten an
Kristina Vogel (Mitte)
Foto: Bryn Lennon/ Getty ImagesKurz nach ihrem Olympiasieg hat Bahnradsprinterin Kristina Vogel Zweifel an der Dominanz britischer Athleten geäußert. "Ich möchte niemanden mit irgendetwas beschuldigen, aber es ist schon fragwürdig. Sie kommen alle auf ihrem besten Niveau hier hin, und ich habe keine Ahnung, wie sie das tun", sagte die 25-Jährige, die sich im Finale vor zwei Britinnen durchgesetzt hatte.
Bei Veranstaltungen zwischen den Olympischen Spielen in London 2012, wo ebenfalls das britische Team dominierte, und den Wettbewerben in Rio seien sie laut Vogel "Kanonenfutter" gewesen. "Ich weiß nicht, ob sie in den vergangenen drei Jahren trainiert haben. Aber irgendwas müssen sie richtig machen."
Vogel war bei den Spielen in Rio im Keirin nur auf Rang sechs gelandet, obwohl sie wenige Monate zuvor in dieser Disziplin noch den WM-Titel gewonnen hatte.
Unterstützt wurde die Deutsche unter anderem von Michael D'Almeida. Der Franzose, der im Sprint die Bronzemedaille gewonnen hatte, zeigte sich ebenfalls verwundert über die britische Dominanz.
Allerdings werden in keinem anderen Land solch hohe Summen für den Radsport bereitgestellt wie in Großbritannien. Zuletzt wurden die Sportler mit 30,4 Millionen Pfund (39,5 Millionen Euro) gefördert. Zum Vergleich: Die Australier kassierten knapp 20 Millionen Euro.
Iain Dyer, Chefcoach des britischen Teams, sagte, dass sein Team einfach seit den Spielen in Sydney 2000 einen unglaublichen Job mache und alles dem Erfolg unterordne. Dyer äußerte sich auch zum Zustand mancher Athleten: "Es ist eine Schande zu sehen, dass viele Athleten eben nicht auf ihrem besten Level sind. Weder in Rio noch überhaupt in diesem Jahr."