Olympia Drechslers Dopingangst, Ärger um Nowitzki
Hamburg - Die deutschen Schützen haben sich enttäuscht über die Nominierung Dirk Nowitzkis als Fahnenträger gezeigt. Bessere Referenzen hätte aus Sicht von Sportdirektor Heiner Gabelmann Schütze Ralf Schumann gehabt. Dieser nimmt zum sechsten Mal an Olympia teil und gewann bereits drei Goldmedaillen. "Unsere Teilmannschaft ist schon ein wenig enttäuscht, dass mit der alten Tradition gebrochen wurde, langjährige und erfolgreiche Olympioniken auszuwählen", so Gabelmann. Auch Kanute Andreas Dittmer, der ebenfalls zum Kandidatenkreis zählte, ist mit der Entscheidung unzufrieden. "Ich bin schon enttäuscht, dass es erstmals kein Athlet, der vorher Olympiateilnehmer war, geworden ist", sagte Dittmer.
Die zweifache Weitsprung-Olympiasiegerin Heike Drechsler hat in einem Interview mit dem "Stern" zugegeben, in der DDR möglicherweise unwissentlich gedopt worden zu sein. "Ich habe nie wissentlich gedopt. Aber nach den Unterlagen kann ich heute leider nicht mehr ausschließen, dass ich von den Ärzten ohne mein Zutun und Wissen mit illegalen Mitteln behandelt wurde", so die 43-Jährige. Später bei ihren Olympiasiegen 1992 und 2000 habe sie unter einem strengeren Dopingkontrollsystem ihr Talent zeigen können.
Philipp Kohlschreiber wird nicht an den Olympischen Spielen teilnehmen können. Der Tennisprofi musste seinen Start in Peking wegen eines Muskelfaserrisses im rechten Oberschenkel absagen. Die Verletzung hatte sich der 24-Jährige in seinem Viertelfinalmatch in Cincinnati gegen den Kroaten Ivo Karlovic zugezogen. " Ich bin sehr traurig und enttäuscht", sagte Kohlschreiber, der in Peking mit Nicolas Kiefer im Doppel starten sollte. "Wann hat man als Sportler schon einmal die Gelegenheit, an Olympischen Spielen teilzunehmen? Eine Verletzung kommt einem nie gelegen, aber dass ich gerade jetzt ausfalle, ist schon extrem ärgerlich."
Unklar ist jetzt, ob der nach seiner erfolgreichen Klage vor dem Internationalen Sportgerichtshof Cas ins Einzelfeld gerückte Rainer Schüttler mit Kiefer Doppel spielen wird. Bislang war Schüttler nur für die Einzelkonkurrenz vorgesehen. 2004 in Athen holte die Kombination Kiefer/Schüttler die Silbermedaille.
Hochspringer Eike Onnen kann in Peking wegen einer Fußverletzung nicht an den Start gehen. Der 26-Jährige hat den abschließenden Belastungstest nicht bestanden. Mit Onnens Absage verringert sich das Aufgebot des Deutschen Leichtathletik Verbandes (DLV) auf 60 Athleten.
Nicht trainieren konnten die Reiter in Hongkong. Wegen des Taifuns "Kammuri" fand am Mittwoch kein offizielles Training statt. Der erste Wettkampf am Samstag soll aber wie geplant ausgetragen werden. Zwar ist starker Regen angekündigt, doch für einen weiteren tropischen Sturm gibt es keine Anzeichen.
wie/sid/dpa