Olympia: Wella-Manager soll Leipzig retten - DER SPIEGEL
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Olympia Wella-Manager soll Leipzig retten

Aufbruchsstimmung für die deutsche Olympia-Bewerbung. Nach den Skandalen und Affären soll der Manager Peter Zühlsdorff Leipzigs Bewerbung für die Sommerspiele von 2012 vorantreiben - mit Hilfe von Ex-Außenminister Genscher.
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Frankfurt am Main - Der Aufsichtsrat des Bewerbungskomitees "Leipzig 2012 GmbH" tagte am Mittwochabend in Frankfurt am Main. Im Anschluss präsentierte Klaus Steinbach, der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (NOK), den 63 Jahre alten Manager Peter Zühlsdorff als neuen Vorsitzenden der Geschäftsführung. Steinbach betonte, die Mitglieder hätten einmütig entschieden, die Bewerbung weiter voran zu treiben.

Außerdem berief der Aufsichtsrat die ersten sieben Mitglieder eines Kuratoriums, das aus bis zu 21 Personen bestehen soll. Unter anderen werden der ehemalige Außenminister Hans-Dietrich Genscher und der einstige baden-württembergische Ministerpräsident Lothar Späth die Bewerbung als Kuratoriumsmitglied unterstützen. Beide hatten sich bereits während der nationalen Bewerbungsphase für Leipzig stark gemacht. Der Hallenser Genscher hat in Leipzig studiert.

Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) sagte, der Aufsichtsrat habe "einen klaren Strich gezogen". Die Prüfungen der GmbH hätten bestätigt, dass es richtig gewesen sei, "bestimmte Personen aus der Geschäftsführung zu entfernen". Konkreter sagte Schily: "Herr Thärichen war ein personeller Fehlgriff."

Zühlsdorff dagegen sei ein hoch angesehener Manager mit großer Erfahrung, der den Spitzenposten für ein symbolisches Gehalt von einem Euro übernehme. Der Manager besitzt Erfahrungen unter anderem aus den Unternehmensleitungen der Wella AG und der Tengelmann-Gruppe.

Nachdem im Oktober Dirk Thärichen wegen Stasi- und Untreue-Vorwürfen entlassen worden war, führte seitdem Mike de Vries die Bewerbungsgesellschaft als alleiniger Geschäftsführer. Neben Thärichen waren in den vergangenen Wochen auch der sächsische Olympia-Staatssekretär Wolfram Köhler und Leipzigs Olympia-Beauftragter Burkhard Jung aus dem Bewerbungsteam ausgeschieden. Köhler waren unlautere Provisionsgeschäfte aus seiner Zeit als Riesaer Oberbürgermeister zur Last gelegt worden. Jung geriet wegen undurchsichtiger Provisionszahlungen aus der Zeit der nationalen Leipziger Olympiabewerbung in die Schlagzeilen.