Olympische Spiele: Deutsche Skispringer holen Gold - DER SPIEGEL
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Olympische Spiele Deutsche Skispringer holen Gold

Im Teamwettbewerb auf der Großschanze im Utah Olympic Park hat das deutsche Skisprung-Quartett einen erfolgreichen Abschluss der Winterspiele von Salt Lake hingelegt - mit denkbar knappem Vorsprung.
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Salt Lake - Deutschland gewann das Mannschaftsspringen am Montag mit 974,1 Punkten vor Finnland (974,0). Bronze ging überraschend an Slowenien (946,3). Nach der Silbermedaille von Sven Hannawald auf der 90-Meter-Schanze holten Martin Schmitt (131,5/123,5 Meter), Michael Uhrmann (128/125), Stephan Hocke (118,5/119,5) und Hannawald (123/120,5) zum Ende der Skisprung-Konkurrenzen das zweite Edelmetall. Damit setzte das Quartett die erfolgreiche Olympia-Statistik des DSV im Teamwettbewerb fort: 1994 in Lillehammer hatte es Gold, vier Jahre später in Nagano Silber gegeben.

Bundestrainer Reinhard Heß war mit den Nerven am Ende: "Ob ich so was noch mal durchstehe, weiß ich nicht. Ich hatte eigentlich schon geglaubt, dass Finnland gewonnen hat. Es ging ja nur um einen Meter." Die Entscheidung über die Goldmedaille fiel im direkten Duell der "Altmeister", zwischen dem Finnen Janne Ahonen und Martin Schmitt. Ahonen hatte vorgelegt, Schmitt musste einen Sprung von rund 123 Meter hinlegen. Als der zuletzt formschwache Deutsche dann über den Schanzentisch gegangen war, sah sein Sprung alles andere als großartig aus.

"Der Rest ist scheißegal"

"Ich bin nicht richtig auf die Höhe gekommen und habe schon gemerkt, dass es knapp wird", beschrieb Schmitt seine Gefühle während des Fluges, "aber am Ende war es doch noch ein gutes Polster." 123,5 Meter bei Abzügen in den Haltungsnoten reichten, um den ersten Platz gegen Finnland zu verteidigen. Am Ende gab ein Zehntelpunkt oder umgerechnet die Winzigkeit von 5,55 Zentimeter den Ausschlag zu Gunsten der Deutschen.

"Ich bin so froh, dass ich meine Sprünge einigermaßen hinbekommen habe und so der Mannschaft helfen konnte - der Rest ist scheißegal", jubelte Sven Hannawald, dem eine Verletzung am Schienbein zu schaffen gemacht hatte. "Ich brauche jetzt erst mal ein großes Weißbier, dann geht es vielleicht wieder", sagte Michael Uhrmann, der einen für seine Verhältnisse sehr guten Wettkampf hingelegt hatte.

Die Tigerski

Entscheidenden Anteil am Erfolg hatte Teamarzt Ernst Jakob, der die angeschlagenen Hannawald und Schmitt wieder halbwegs fit gemacht hatte. Hannawald wurde am Sonntag fast zwei Stunden lang mit Lymphdrainagen, Elektrotherapie und Ultraschall behandelt, um seine Verhärtung im rechten Schienenbeinmuskel zu kurieren. Schmitts entzündete Patellasehne im linken Knie wurde mit Ultraschall und Elektrotherapie ruhig gestellt. Und dann hatte Schmitt noch einen kurzfristigen Materialwechsel vollzogen.

Am Donnerstag waren die Bretter im Tigerdesign in Park City offiziell vorgestellt worden, am Sonntag probierte sie Schmitt zum ersten Mal im letzten Trainingssprung, am Montag trugen sie ihn zurück in alte Höhen. "Der Ski kommt den Bedingungen hier einfach mehr entgegen, er ist halt lebendiger", sagte Schmitt lapidar, als hätte er gerade mal wieder die Reifen an seinem Auto gewechselt.