Olympische Spiele Kombinierer holen Silber
Soldier Hollow - Die deutschen Kombinierer Björn Kircheisen (Johanngeorgenstadt), Georg Hettich (Rohrhardsberg), Marcel Höhlig und Ronny Ackermann (beide Oberhof) verbesseten sich nach dem Skispringen im abschließenden Staffellauf über 4 x 5 Kilometer noch vom fünften auf den zweiten Platz.
Schlussläufer Ronny Ackermann überholte erst kurz vor dem Ziel den im Weltcup führenden Österreicher Felix Gottwald und sicherte dem deutschen Team hinter den nicht zu schlagenden Finnen die Silbermedaille. Es war die erste Medaille für deutsche Kombinierer seit den Olympischen Spielen von Calgary 1988.
"Wir werden feiern"
"Alle waren super locker beim Lauf und haben das Maximale rausgeholt. Wir wollten Bronze, jetzt haben wir Silber und sind überglücklich. Da bleibt kein Gedanke an das vielleicht verpasste Gold wegen der Sprungleistungen", sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch. "Mit Silber hat überhaupt niemand mehr gerechnet. Wir sind überglücklich und werden feiern", sagte Ronny Ackermann, der in der Einzelkonkurrenz in Salt Lake nur den vierten Platz belegt hatte.
Das deutsche Quartett war als Fünfter des Springens mit einer denkbar schlcheten Ausgangsposition in die in die Loipe gegangen, auf die führenden Finnen hatten die DSV-Vertreter 1:51 Minuten Rückstand. Doch in der Langlaufspur zeigte die mit einem Durchschnittsalter von unter 22 Jahren jüngste aller Mannschaften im Wettbewerb eine tolle Leistung.
Kircheisens schneller Ski
Nach nur einem Kilometer hatte der 19-jährige Startläufer Kircheisen den vor ihm ins Rennen gegangenen Japaner Kenji Ogiwara eingeholt. Kurz vor dem Ziel der ersten Schleife stürmte er auch noch am stärksten US-Amerikaner Todd Lodwick vorbei und übergab mit einem Rückstand von nur noch 49,7 Sekunden auf Spitzenreiter Finnland an Position drei. Im Ziel wurden Kircheisen sofort die schnellen Ski von den Füßen gerissen und für den an dritter Position laufenden Höhlig neu präpariert.
Als zweiter Läufer für Deutschland rehabilitierte sich zunächst jedoch Georg Hettich für seine schwachen Sprungleistungen. Hettich nahm dem Amerikaner Bill Demong zehn Sekunden ab und übergab mit nur noch 15 Sekunden Rückstand auf die zweiplatzierten Österreicher an Höhlig. Höhlig überholte die österreichische Staffel. Doch über Platz zwei konnte sich das deutsche Team nicht lange freuen, denn Gottwald holte Ackermann wie schon im Einzelrennen ein und ließ ihn bei einem Abstieg stehen. Mit einem furiosen Zielspurt konterte der deutsche Gesamtweltcup-Zweite und lief jubelte. "Ich wusste genau, wo Gottwald antritt. Dann habe ich ihn mir noch gegriffen", sagte Ackermann.