Operation geglückt Wüsts Augenlicht gerettet
Köln - "In einer mehrstündigen Operation am Freitag rekonstruierten die Augenspezialisten in der Kölner Uni-Klinik unter Leitung von Professor Zöllner das schwer verletzte Auge", teilte Marcel Wüsts Rennstall Festina mit. Wüst, der bei der Tour de France eine Etappe gewann, hatte vor Wochenfrist einen schweren Rennunfall während eines Kriteriums im südfranzösischen Issoire erlitten. Nach der Notversorgung war der Deutsche nach Köln überführt worden.
Einen Tag nach der Operation zeigten sich der Radprofi und seine Frau Heike erleichtert. "Wir wissen jetzt, dass Marcel sein Auge behalten wird und damit auch wieder sehen kann", freute sich seine Frau, "wie sich die Sehkraft wieder entwickeln wird, können wir heute natürlich noch nicht abschätzen". In gewohnter Vitalität äußerte sich der Profi: "Nach der Operation habe ich mich gefühlt wie ein Reifen, aus dem die Luft raus ist."
Nachdem aber am Samstag erstmalig der Verband vom operierten Auge abgenommen worden sei, fühle er sich wieder besser. Voller Spannung habe er darauf gewartet, ob er mit dem verletzten Auge sehen könne. Zunächst habe er nur helles Licht gesehen und dann die Schemen einer Frauengestalt. "Ich dachte, ich sehe einen Engel. Gott sei Dank war es nur die Krankenschwester", scherzte Wüst.
Der Augenoperation wird innerhalb der nächsten zwei Wochen noch ein gesichtschirurgischer Eingriff folgen, in der die zahlreichen bei dem Unfall gebrochenen Gesichtsknochen gerichtet werden sollen. In der Zwischenzeit wird Wüst sich auf einem in seinem geräumigen Krankenzimmer aufgestellten Hometrainer fit halten. Ob er jemals wieder Rennen bestreiten wird können, ist derzeit noch offen.