Paralympics-Highlights Das war die Nacht in Rio
Vanessa Low
Foto: Jens Büttner/ dpaSo haben die Deutschen abgeschnitten
Die allererste Goldmedaille im paralympischen Triathlon sicherte sich Martin Schulz. Der 26-Jährige setzte sich in einer Stunde, zwei Minuten und 37 Sekunden vor dem 28 Sekunden langsameren Kanadier Daniel Stefan und dem Spanier Jairo Ruiz López durch.
Im Alter von 43 Jahren hat Kugelstoßer Daniel Scheil sich seine erste paralympische Goldmedaille geholt. Im Kugelstoßen der Kategorie F33 siegte er mit der persönlichen Bestmarke von 11,03 Metern vor dem zweifachen Paralympics-Sieger Kamel Kardjena aus Algerien. Scheil, der es als Fußballer bis in die Oberliga-Nachwuchsmannschaft von Wismut Aue brachte, hatte 2008 nach einem Herzinfarkt im Koma gelegen, 2010 wurde bei ihm die Muskelerkrankung Spastische Tetraparese diagnostiziert. Seitdem sitzt er im Rollstuhl.
Vanessa Low wurde ihrer Favoritenrolle im Weitsprung der Kategorie F42 gerecht und gewann mit der Weltrekordweite von 4,93 Metern Gold vor der Italienerin Martina Caironi und Malu Perez Iser aus Kuba.
1992 in Barcelona holte Martina Willing bereits Gold im Speerwerfen. Die sehbehinderte Sportlerin ist inzwischen 56 Jahre alt, aber immer noch in der Weltspitze. In Rio holte sie sich die Silbermedaille hinter der Lettin Diana Dadzite und vor Nadia Medjmedj aus Algerien.
2012 in London gewann die Schwimmerin Daniela Schulte noch Gold über 400 Meter Freistil. Diesmal musste sich die blinde Berlinerin am Ende ihrer erfolgreichen Karriere mit Platz fünf begnügen. Für die 16-malige Weltmeisterin war aber allein der Finaleinzug ein Erfolg. Schulte hatte das ganze Jahr über Verletzungsprobleme und zog sich zwei Wochen vor diesen Spielen einen bakteriellen Infekt zu.
Das war sonst noch los in Rio
Fünf Spielerinnen und zwei Trainer des algerischen Goalball-Teams werden vermisst. Die Nationalmannschaft sollte am 5. September vom Trainingslager in Warschau aus nach Rio fliegen. "Sie sind noch immer nicht im Land", sagte Craig Spence, Sprecher des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC). Am Abend wurde auch das zweite Spiel der Algerierinnen gegen Israel gestrichen, weil die Mannschaft nicht in der Future Arena von Rio erschien. Sie hatte bereits das Auftaktspiel am Freitag gegen die USA verpasst.
Das nationale Komitee Algeriens hat das Fehlen seines Teams mit Verspätungen, gestrichenen Flügen und verpassten Anschlüssen erklärt. "Ich denke, selbst wenn sie ein Boot von Polen nach Brasilien genommen hätten, wären sie rechtzeitig hier gewesen", erklärte Spence und fügte an: "Es gibt keine Anzeichen dafür, dass in den letzten Tagen Flüge aus Europa nach Rio gestrichen worden sind. Wir arbeiten mit den Algeriern daran, eine plausible Erklärung zu bekommen und setzen unsere Untersuchungen fort."