Paralympics: Betrug unterm Brett - DER SPIEGEL
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Paralympics Betrug unterm Brett

Spaniens Behinderten-Basketballer müssen wegen Betrugs ihre Goldmedaillen zurückgeben.
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Madrid - Dies entschied das spanische Paralympics-Komitee (CPE), das wegen des Skandals eine Untersuchung eingeleitet hatte. Zehn der zwölf in Sydney aktiven Korbjäger waren nicht wie angegeben geistig behindert.

Geprüft wird noch, ob vier weitere der insgesamt 107 Medaillen ebenfalls von nicht behinderten Sportlern gewonnen wurden. Zwei dieser verdächtigten Athleten - es geht um die Sportarten Schwimmen, Tischtennis und Leichtathletik - verweigerten bereits entsprechende medizinische Tests.

"Der spanische Behindertensport ist durch die Unregelmäßigkeiten gedemütigt worden", kritisierte CPE-Präsident Jose Maria Arroyo. Er warnte aber davor, das gesamte Team Spaniens bei den Paralympics in Misskredit zu ziehen: "186 der 200 Teilnehmer waren behinderte Sportler." Das Komitee prüft nun rechtliche Schritte sowohl gegen die Betrüger im Basketball-Team als auch gegen den spanischen Verband der geistig behinderten Sportler (FEDDI). Dessen Chef Fernando Martin Vicente, zugleich Vizepräsident des CPE, war wegen des Skandals bereits Ende November zurückgetreten.

"Die Sportler wurden nie auf ihre geistige Behinderung untersucht"

Dem FEDDI-Boss droht nun eine Klage vor Gericht: Ein mit ihm verwandter Arzt soll den zehn Basketballern das für die Teilnahme in Sydney notwendige Attest ausgestellt haben. "In Wirklichkeit wurden die Sportler aber nie auf ihre geistige Behinderung untersucht", sagte Komitee-Präsident Arroyo. Die zwei tatsächlich behinderten Spieler sollen zumindest eine Nachbildung ihrer Medaillen erhalten.

Nach Angaben der spanischen Ausgabe der Zeitschrift "Capital" habe der Trainer die Basketballer aufgefordert, das Tempo bei den Spielen gegen die stark unterlegenen Gegner zu drosseln, damit der Schwindel nicht auffliege. Ziel der Betrügereien sei es gewesen, höhere Zuschüsse des Staates für den Verband zu erreichen. In Sydney hatte Spanien in der Nationenwertung Platz drei hinter Sieger Australien und Großbritannien belegt.

Bereits während der Paralympics war der kenianische Läufer Henry Wanyoike disqualifiziert worden, weil er bei seinem Sieg über 5000 Meter in 15:46,29 Minuten allzu deutlich hatte werden lassen, dass er nicht blind sein kann.