Peggy Büchse: Königin der Schlammflüsse - DER SPIEGEL
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Peggy Büchse Königin der Schlammflüsse

Sie ist Deutschlands erfolgreichste Langstreckenschwimmerin und ein Superstar in Argentinien. Jetzt will die Rostockerin auch auf die 800 Meter umsatteln, um sich vielleicht noch ein Olympia-Ticket zu ergattern.
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Rostock - Im neuen Jahr an alte Erfolge anknüpfen - das ist das erklärte Ziel von Europameisterin Peggy Büchse. Die Marathon-Schwimmerin vom PSV Rostock will beim Weltcup-Auftakt am kommenden Sonntag im argentinischen Santa Fe über 57 Kilometer den ersten Schritt in Richtung Titelverteidigung machen. Nach ihren Gesamtsiegen in den beiden vergangenen Jahren hat sie nun den Hattrick bei der mit 57.000 Dollar dotierten Weltserie im Auge.

Büchses ärgste Widersacherin kommt mit Britta Kamrau aller Voraussicht nach aus dem eigenen Lager. Die 20-Jährige schaffte im Vorjahr als Weltcup-Zweite und dreifache EM-Medaillengewinnerin endgültig den Sprung in die internationale Spitze. Peggy Büchse nimmt das Abenteuer Südamerika bereits zum fünften Mal in Angriff, Lampenfieber vor den bis zu neuneinhalb Stunden langen Rennen in lehmig-braunen Flüssen hat sie deshalb nicht. "Ich bin die Strecken schon drei-, viermal geschwommen. Das ist dann nicht mehr so prickelnd", sagte die Ausnahmeathletin. Sie brachte im letzten Jahr das Kunststück fertig, bei neun Weltcup-Starts jedes Mal als Erste aus dem Wasser zu steigen.

Für Peggy Büchse ist die insgesamt zwölf Stationen umfassende Weltcup-Serie nur ein Meilenstein auf dem Weg zu der EM vom 28. Juni bis 9. Juli in Finnland und der WM im November vor Honolulu/Hawaii. "Dort will ich in die Medaillenränge schwimmen", bekräftigte die 27-jährige Studentin ihre Ambitionen nachhaltig. Die zweifache WM-Medaillengewinnerin von 1998 plant aber auch einen Abstecher zu den Beckenspezialisten. Die Rostockerin liebäugelt mit einem Olympia-Ticket für die 800-Meter-Distanz.

Um die ehrgeizigen Vorhaben in die Tat umsetzen zu können, hat Trainer Christian Bartsch erstmals Höhentrainingslager ins Vorbereitungsprogramm aufgenommen. Dem zurückliegenden dreiwöchigen Camp zum Jahreswechsel in Südspanien sollen im Mai und Oktober weitere folgen. "Wir können nicht nur im eigenen Saft schmoren. Die Konkurrenz schläft nicht", meinte Bartsch, der auch im Deutschen Schwimm-Verband für das Langstreckenschwimmen verantwortlich ist.

Langstreckenschwimmen wird aller Voraussicht nach 2004 olympisch, und das verschärft die Konkurrenz nur noch mehr. Bartsch befürchtet indes, dass man sich beim heimischen PSV Rostock dafür nicht rüsten könne. Der Meistermacher beklagte auch mangelnde Unterstützung von Seiten der Stadt. "Die Trainingsbedingungen in der Neptunhalle werden immer schlechter. Früher waren vier, fünf Sportler auf einer Bahn, jetzt sind es acht bis zehn, manchmal sogar zwölf", erläuterte er. Wenigstens im Kraftraum ist es jetzt erträglicher, denn der hat seit Wochenbeginn eine neue Heizung.