Peking-Marathon Sieger nimmt Abkürzung
Peking - Der Kenianer Benson Cherono folgte am Ende der Marathon-Strecke einem direkt zum Ziel ins Sportstadion fahrenden Kamerawagen und wich deshalb versehentlich von der eigentlichen Route ab. Insgesamt sparte Cherono so 800 Meter, ein Marathon führt stets über 42,195 Kilometer.
Der Jury sei zunächst nicht aufgefallen, dass Cherono eine Abkürzung genommen hatte, da er direkt hinter dem Übertragungsfahrzeug gelaufen sei. Das Schiedskomitee beschloss nach einer Beratung, den 21-Jährigen dennoch zum Sieger zu küren. Die Begründung: Cherono habe mit mehreren Kilometern Vorsprung geführt und hätte das Rennen auch ohne die gesparten Meter gewonnen.
Cheronos Laufzeit von 2:06:55 Stunden wurde allerdings nicht als neuer Rekord für den Marathon in Peking anerkannt. Beim Boston-Marathon hatte der afrikanische Läufer dieses Jahr den dritten Platz belegt. Den Frauen-Wettbewerb in Peking gewann die Chinesin Sun Yingjie zum dritten Mal nacheinander.
Überschattet wurde das Rennen durch den Tod eines Läufers. Ein etwa 20-jähriger Mann brach nach 27 Kilometern zusammen. Ohne Herzschlag und Atmung wurde er ins Krankenhaus gebracht. Die Ärzte konnten den jungen Mann nicht wiederbeleben. Ein weiterer Teilnehmer befand sich kurzzeitig in Lebensgefahr. Im Vorjahr waren bei dem Marathon zwei Läufer gestorben.