Polizei-Einsatz Dopingnetzwerk in Spanien aufgeflogen
Blutdopingmittel: Zahlreiche Verdächtige festgenommen
Foto: LEONHARD FOEGER/ REUTERSMadrid - Die von der Polizei festgenommenen Mediziner und Apotheker sollen Sportler mit unerlaubten Substanzen wie dem Blutdopingmittel Epo und Wachstumshormonen versorgt haben. Das teilten die zuständigen Behörden am Dienstagabend in Madrid mit.
In den Skandal soll auch ein spanischer Leichtathlet verwickelt sein. Der Sportler, der nicht festgenommen wurde, wies die Vorwürfe jedoch in einer Erklärung zurück: "Ich habe nie etwas mit Doping zu tun gehabt und bin deshalb ganz gelassen." Er werde nun die Ergebnisse der Ermittlungen abwarten.
Das Netzwerk soll in Barcelona, Valencia, Murcia und Granada aktiv gewesen sein. Zu den Festgenommenen zählt nach Medienberichten auch ein peruanischer Sportarzt, der früher für den Radrennstall Kelme tätig gewesen sein soll. Bei einer Durchsuchungsaktion seien in dessen Klinik in Valencia Dopingmittel sichergestellt worden.
Im Mai 2006 war Spanien von dem bislang größten Dopingskandal in der Radsport-Geschichte erschüttert worden. In der sogenannten "Operación Puerto" hatte die Polizei damals im Labor des mutmaßlichen Dopingarztes rund 100 Blutproben sichergestellt. Mehr als 50 Radprofis gerieten daraufhin unter Dopingverdacht.