Profiboxen: Willi "de Ox" Fischer bekifft im Ring? - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Profiboxen Willi "de Ox" Fischer bekifft im Ring?

Der Frankfurter Boxprofi Willi "de Ox" Fischer hat laut Ergebnis einer Dopingprobe Cannabisprodukte konsumiert. Schon vor drei Jahren waren in Fischers Urin Spuren des Rauschgifts gefunden worden. Nicht die letzte Fehltritt: im November 2000 wurde Fischer wegen Dopings für ein Jahr gesperrt. Jetzt droht eine längere Auszeit.
Von Adrian Schimpf
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt am Main - Im Juni erst hatte der Berufsboxer Willi "de Ox" Fischer, 30, gegen den zehn Jahre älteren "Box-Opa" Andreas Sidon den Kampf um die deutsche Schwergewichtsmeisterschaft gewonnen. Ein gelungenes Comeback, war "de Ox" doch im November 2000 mit einer einjährigen Sperre belegt worden, nachdem ihm die verbotene Einnahme des Mittels Furosemid (siehe Kasten unten) nachgewiesen worden war.

Kaum errungen, droht schon wieder der Entzug des Titels, wenn auch die B-Probe Tetrahydrocannabinol (THC) enthält. THC ist der berauschende Wirkstoff in den aus Hanf hergestellten Drogen Haschisch oder Marihuana. Es wäre nicht das erste Mal, dass Fischer wegen Rauschgiftspuren in Urinproben auffällt: Bereits im Oktober 1999 und im Mai 2000 wurde der Sportler positiv auf Cannabinoide getestet. Allerdings stand diese Substanz damals noch nicht auf der Verbotsliste des Bundes Deutscher Berufsboxer (BDB). Die erneute Auffälligkeit kann sich Fischer nicht erklären: "Ich bin mir keiner Schuld bewusst und verstehe die positive A-Probe überhaupt nicht."

Der Präsident des Bundes Deutscher Berufsboxer (BDB), Bodo Eckmann, wollte sich daher zu etwaigen Sanktionen noch keine abschließenden Gedanken machen. "Wir werden zunächst die schriftliche Stellungnahme von Fischer abwarten." Allerdings teilt er des Boxers Hoffnung auf die B-Probe nicht: "Ich kann mich nicht erinnern, daß die B-Probe schon einmal von der A-Probe abwich."

Doch nicht nur der Verlust des deutschen Meistertitels im Schwergewicht droht, sondern auch eine empfindliche Sperrzeit. Fischer wäre ein Wiederholungstäter und kann daher nicht auf große Milde hoffen. BDB-Präsident Eckmann hält deswegen, sollten die Vorwürfe von Fischer nicht entkräftet werden, eine längere "künstlerische Pause" - so hatte "de Ox" damals die einjährige Dopingsperre wegen der Einnahme von Furosemid kommentiert - für möglich. "Zwei Jahre könnten es werden, eine lebenslange Sperre aber halte ich für ausgeschlossen."