Rad-Präsident: Scharping tritt an - DER SPIEGEL
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Rad-Präsident Scharping tritt an

Lange Zeit war es still um Rudolf Scharping. Aber jetzt drängt der frühere Verteidigungsminister zurück ins Rampenlicht. Der passionierte Velopede will den Bund Deutscher Radfahrer zu neuer Blüte führen.
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Hamburg - "Die Präsidentschaft stelle ich mir als reizvolle Aufgabe vor. Ich kenne den Sport von der politischen Seite und werde dem Vorstand meine Vorstellungen am 19. Februar beim Treffen mit den Landesvorsitzenden darlegen. Vorher möchte ich über meine Ziele als möglicher BDR-Präsident noch nicht sprechen", sagte Scharping heute.

Das BDR-Präsidentenamt ist seit Sylvia Schenks Rücktritt im September 2004 vakant, als Interimsnachfolger fungiert der ehemalige Sportwart Fritz Ramseier. Er habe mit Schenk gesprochen, die wegen mangelnder Unterstützung im Antidopingkampf das Handtuch geworfen hatte, bestätigte Scharping. Gewählt wird am 19. März beim Verbandstag in Saarbrücken. "Er hat Kompetenz, Beziehungen und politische Erfahrung und ist bekannt", schwärmte BDR-Vize Kühnle, "er ist der ideale Mann für unseren Neubeginn - ein Traumkandidat."

"Ich denke schon, dass ich mich im Sport, besonders im Radsport auskenne", sagte Scharping, "ich war 17 Jahre selbst aktiv und dann lange Vorsitzender in meinem Heimatverein Lahnstein." Die SG Eintracht war allerdings ein Fußballclub. Er habe sogar schon den Tourmalet und den Mont Ventoux bezwungen, die bei der Tour de France zu den großen Herausforderungen gehören, prahlte Scharping.

Mitte 2002 von Kanzler Schröder entlassen

"Zudem habe ich schon so manches Mal mit Jan Ullrich oder Erik Zabel ein bisschen trainiert", sagte Scharping. Noch immer steigt der 57-Jährige regelmäßig in den Sattel: "Leider aus Zeitnot nicht so oft, wie ich gern möchte." Gerade im Radsport sei Teamwork gefragt, betonte Scharping, der sich am 19. Februar bei der Vorauswahl gegen den Freiburger Hotelier Max Benz durchsetzen muss.

Scharping war Mitte 2002 von Bundeskanzler Gerhard Schröder entlassen worden. Zum Verhängnis wurde dem damaligen Verteidigungsminister und früheren SPD-Vorsitzenden die Geschäftsverbindungen zum Frankfurter PR-Berater Moritz Hunzinger. Scharping, der weiterhin dem Bundestag angehört, hatte zuletzt eine Gastprofessur in Boston.