Rad-WM: Deutsche Profis attackieren Zabel - DER SPIEGEL
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Rad-WM Deutsche Profis attackieren Zabel

Eklat vor dem Start der Rad-Weltmeisterschaft in Stuttgart: Zwei Fahrer aus dem deutschen Team haben den Start von Erik Zabel scharf verurteilt. "Ich verstehe nicht, warum er dabei ist", sagt Bert Grabsch. Er sei von Zabel enttäuscht.
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Hamburg - "Mich ärgert sein Start", sagte Sebastian Lang über Zabel und lag damit auf einer Linie mit Grabsch. Beide zählen beim morgigen Zeitfahren zu den deutschen Medaillenhoffnungen. "Ich bin enttäuscht von Erik. Er hätte von sich aus zu Gunsten von jüngeren Fahrern auf die WM-Teilnahme verzichten sollen", sagte Lang.

Generell mehr Konsequenz hätte sich der Gerolsteiner-Fahrer nach der Welle der Doping-Geständnisse ehemaliger Telekom-Profis im Mai gewünscht: "Udo Bölts hat damals sofort seinen Rücktritt aus dem Radsport erklärt, das hat mich beeindruckt." Dagegen sind Rolf Aldag (T-Mobile) und Christian Henn (Gerolsteiner) weiter als sportliche Leiter tätig.

T-Mobile-Fahrer Grabsch könnte in der kommenden Saison sogar Teamkollege von Zabel werden, da das Magenta-Team offenbar an einer Verpflichtung des vor zwei Jahren zu Milram gewechselten Routiniers interessiert ist. "Das ändert nichts an meiner Meinung", sagt Grabsch, dem die Konsequenzen aus den zahlreichen Doping-Skandalen im Radsport noch nicht weit genug gehen. "Es ist längst noch nicht alles gut, auch wenn vieles spürbar besser geworden ist. Früher habe ich mich manchmal sehr gewundert, wenn Bergspezialisten mich auf flacher Strecke oder beim Zeitfahren stehengelassen haben. Das hat sich in diesem Jahr schon etwas geändert."

Unabhängig vom Ausgang der WM erwägt Lang allerdings grundsätzlich ein baldiges Ende seiner Karriere. "Wenn ich sehe, dass um mich herum vollkommen unnatürliche Leistungen gebracht werden, kotzt mich das an. Ebensowie wie all die Ausreden der überführten Dopingsünder." Der Profiradsport sei ihm in diesem Jahr zunehmend wie ein "Zirkus" vorgekommen: "Ich habe mich gefragt, wie lange ich das noch mitmachen will. Ich kann mir durchaus ein Leben ohne Radsport vorstellen und werde mich im kommenden Jahr entscheiden."

bri/sid