Rad-WM: Schleicher sprintet zu Gold - DER SPIEGEL
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Rad-WM Schleicher sprintet zu Gold

Regina Schleicher ist neue Straßen-Weltmeisterin. Die Deutsche Supersprinterin gewann den Titel bei der Rad-WM in Madrid dank eines überragenden Schlussspurts und einer außergewöhnlichen Leistung ihrer Teamkolleginnen.
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Madrid - Nach 126 Kilometern und 3:08:52 Stunden auf dem Rundkurs in der spanischen Hauptstadt kam Schleicher vor Nicole Cooke aus Wales und der australischen Weltcup-Gesamtsiegerin Oenone Wood als Erste ins Ziel. Dort konnte die 31-Jährige ihren Triumph noch gar nicht fassen. "Das wird mir alles wahrscheinlich erst später klar. Jetzt ist der ganze Rummel erst mal stressig. Die Journalisten haben mich fast umgerannt", sagte Schleicher, die in Madrid Nachfolgerin von Judith Arndt wurde.

Sie selbst habe am Gewinn des WM-Titels am wenigsten Anteil, erklärte die neue Weltmeisterin. "Meine Arbeit fand nur auf den letzten 100 Metern statt. Ich bin ja von meinen Teamkolleginnen fast ins Ziel reingeschoben worden", sagte Schleicher. "Bei diesem großartigen Finale kamen mir die Tränen. Wie wir den Sprint angefahren haben, das war Weltklasse. Ich bin völlig überwältig und kann das noch gar nicht richtig in Worte fassen", erklärte Teamleiterin Petra Rossner, die auch bei der Equipe Nürnberger Chefin von Schleicher und Arndt ist.

Im Finale nach sechs Runden auf dem 21-km-Kurs hatte Schleicher neben Arndt noch die am Ende zehntplatzierte Trixi Worrack als Helferin zur Seite. Zuvor hatten sich die anderen vier Starterinnen vom Bund Deutscher Radfahrer (BDR) für die schnellste Frau der Welt aufgeopfert. Einen wesentlichen Anteil an dem Erfolg hatte jedoch die entthronte Titelverteidigerin Arndt, deren Start zwei Tage nach dem vierten Rang im Einzelzeitfahren wegen einer Viruserkrankung gar nicht sicher war. "Ich bin total happy, dass alles so gut geklappt hat. Auf Regina ist immer Verlass, es ist perfekt gelaufen", sagte Arndt.

"Judiths Einstellung war imponierend. Das war sehr menschlich, sportlich und angesichts ihrer Gesundheitsprobleme eine ganz große Leistung", erklärte BDR-Präsident Rudolf Scharping. Arndt kam mit 39 Sekunden Rückstand als 35. ins Ziel.

Schleicher wurde die insgesamt 5. deutsche Straßen-Weltmeisterin seit der Premiere 1958. Vor ihr und Arndt hatten DDR-Fahrerin Elfriede Eicholz (1965), Beate Habetz (1978) und Ute Enzenauer (1981) für deutsche WM-Siege gesorgt.

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