Radsport Discovery bleibt in der ProTour
Brüssel - Die Vereinigung der Profi-Radsport-Mannschaften hat sich gestern Abend in Brüssel überraschend mit 8:7 Stimmen für den Verbleib von Discovery Channel ausgesprochen. Die US-Equipe hatte den Giro-d`Italia-Gewinner Ivan Basso verpflichtet, obwohl der Italiener - wie Jan Ullrich - in den Doping-Fall Fuentes verstrickt ist.
Obwohl gegen Basso in Italien momentan nicht mehr ermittelt wird, hatte Discovery damit gegen den selbst auferlegten Ethik-Code der Teams verstoßen. Ein Ausschluss hätte allerdings nur symbolische Bedeutung gehabt, die Startberechtigung bei ProTour-Rennen hätte Discovery, zu dessen Besitzern auch der frühere Toursieger Lance Armstrong zählt, ohnehin nicht verloren.
"Das ist ein Rückschritt im Anti-Doping-Kampf", sagte Christian Frommert, Kommunikationschef des T-Mobile-Teams im Trainingslager auf Mallorca. Die Bonner Mannschaft und Team Gerolsteiner hatten für einen Ausschluss gestimmt. Gianluigi Stanga, Teamchef der deutsch-italienischen Equipe Milram, hatte SPIEGEL ONLINE dagegen gesagt, er wolle für Discovery stimmen.
Angesichts der gespaltenen Haltung der ProTour-Teams im Umgang mit Dopingverdächtigen, hieß es am Rand des Treffens, werde auch Jan Ullrich wohl bald wieder einen Rennstall finden. Ein ProTour-Sprecher verwies allerdings darauf, dass alle Rennställe den spanischen Ermittlungsbehörden DNA-Proben jener Fahrer zur Verfügung stellen wollen, deren Namen im Zusammenhang mit dem Dopingskandal des vergangenen Jahres genannt wurden. Ullrich hatte einen solchen Test bislang strikt verweigert.
all/dpa/ap