Radsport: Doping-Ermittlungen gegen Jan Ullrich - DER SPIEGEL
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Radsport Doping-Ermittlungen gegen Jan Ullrich

Gegen Radsportstar Jan Ullrich wird wegen Dopingverdachts beim Giro d'Italia nun offiziell ermittelt.
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Florenz - Staatsanwalt Francesco Bocciolini aus Florenz ließ dem 27-jährigen Merdinger bereits am Mittwoch während der Lucca-Rundfahrt eine entsprechende Mitteilung durch die Polizei übergeben. Dies berichtete die Tageszeitung "La Repubblica". Das Team Telekom hat einen italienischen Anwalt mit der Verteidigung beauftragt.

Der leitende Staatsanwalt Luigi Bocciolini wird nach Angaben der "La Gazzetta dello Sport" die Ermittlungen nach dem Ende der WM am 14. Oktober in Lissabon fortsetzen. Dann sollen rund 40 unter Dopingverdacht stehenden Radprofis und ein Dutzend sportliche Leiter in Florenz verhört werden.

Unerlaubte Stimulanzien?


Telekoms sportlicher Leiter Rudy Pevenage bestätigte dem Sport-Informations-Dienst den Polizeiauftritt am Mittwoch im Mannschaftshotel in Lido, sah aber keinen Grund zur Beunruhigung: "Es gibt überhaupt keine neuen Aspekte, es handelte sich um eine Formalie." Beim Telekom-Kapitän waren Anfang Juni bei einer großen Razzia der Staatsanwaltschaft verschiedene Medikamente beschlagnahmt worden.

Laut Teamarzt Lothar Heinrich handelte es sich um Asthmamittel, die Ullrich wegen einer Allergie verschrieben wurden, und für die er die Genehmigung des Radsport-Weltverbandes UCI habe. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft waren es jedoch "unerlaubte Stimulanzien". Heinrich wollte am Freitag zu der aktuellen Entwicklung nicht Stellung nehmen: "Das ist Sache der Teamleitung."

Ullrich bereitet sich derzeit bei der Lucca-Rundfahrt in der Toskana auf die Weltmeisterschaften in Lissabon vor. Am Donnerstag unterstrich er mit dem Sieg auf der vorletzten Etappe seine gute Form. Am übernächsten Sonntag will er erstmals Straßen-Weltmeister der Profis werden.