Radsport: Dopingsünder Winokurow erklärt Rücktritt - DER SPIEGEL
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Radsport Dopingsünder Winokurow erklärt Rücktritt

Sein Dopingfall ließ die Tour de France beinahe kollabieren, doch Alexander Winokurow beteuerte mit kruden Theorien stets seine Unschuld: Heute trat der Kasache überraschend zurück. Und das, obwohl ihn sein Heimatverband nur milde bestraft hatte.
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Almaty - Einen Tag nach seiner vom nationalen Verband gegen ihn verhängten einjährigen Sperre erklärte Winokurow heute seinen Rücktritt vom Radsport. "Ich höre auf. Ich will mit diesem Sport nichts mehr zu tun haben. Ich schlage die Tür zu und gehe", sagte der ehemalige Profi vom Team Telekom und T-Mobile auf einer Pressekonferenz in der kasachischen Hauptstadt Almaty.

"Es ist schade, dass meine Karriere so endet, aber ich will meine Ehre wiederherstellen. Ich will beweisen, dass ich unschuldig bin und die Testergebnisse eine Farce sind", so Winokurow, der am Vortag wegen Blutdopings nur für ein Jahr bis Juli 2008 gesperrt worden war. Damit wäre der 34-Jährige bei den Olympischen Spielen im August 2008 in Peking startberechtigt gewesen. Der Weltverband UCI hatte sich von dem milden Urteil überrascht gezeigt, ein Sprecher erklärte bei SPIEGEL ONLINE, dass die UCI das Urteil prüfen wolle.

Winokurow war nach der 13. Etappe der diesjährigen Tour de France Fremdblut-Doping nachgewiesen worden, woraufhin er von seinem Rennstall Astana entlassen und die komplette Mannschaft aus der Rundfahrt zurückgezogen worden war. Der Kasache selbst hatte bislang vehement bestritten, jemals gedopt zu haben. Seinen positiven Befund hatte er mit absurden medizinischen Theorien zu erklären versucht und von einer "Verschwörung" gesprochen. Bei der Tour war Winokurow gestürzt und sagte danach, seine Teamärzte würden die These vertreten, dadurch habe sich "eine große Menge Blut in meinen Beinen gesammelt hat, was zum positiven Test geführt hat". Sein Anwalt behauptet, bei den Untersuchungen des französischen Antidopinglabors in Châtenay-Malabry sei "nicht alles korrekt" abgelaufen.

Seine Karriere begann er 1998 als Profi beim französischen Rennstall Casino. Nachdem Winokurow 1999 unter anderem die Dauphine Libere gewonnen hatte, wechselte er zum Team Telekom. Bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney wurde der dreifache Vater im Straßenrennen Zweiter hinter seinem Freund Jan Ullrich, im Jahr darauf gewann er die Deutschland-Tour. In seinem erfolgreichsten Jahr 2003 gewann er erneut Paris-Nizza, das Amstel Gold Race, die Tour de Suisse und wurde Dritter bei der Tour.

Der neue Wada-Code

Nach den durchwachsenen Jahren 2004 und 2005 kehrte "Wino" dem jetzt in Team T-Mobile umbenannten Rennstall den Rücken und schloss sich der spanischen Equipe Liberty Seguros an. Als diese durch den Dopingskandal um den Arzt Eufemiano Fuentes zerbrach, organisierte Winokurow selbst in seiner kasachischen Heimat neue Geldgeber, die die Mannschaft und dem Namen Astana übernahmen. Nach zwei Etappensiegen bei der Dauphiné Libéré und durch seine mit starken Bergfahrern gespickten Mannschaft galt Winokurow als Top-Favorit der Tour de France, wo er nach seinen zwei Etappensiegen aus dem Rennen genommen wurde.

goe/sid

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