Radsport: Ex-Weltmeister Museeuw gesteht Doping - DER SPIEGEL
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Radsport Ex-Weltmeister Museeuw gesteht Doping

Gleich zwei belgische Rad-Profis haben jetzt die frühere Einnahme von Dopingmitteln eingeräumt. Ihr Team-Manager allerdings wehrt sich dagegen, dass ihm eine Zeitung langjährige Erfahrung mit illegaler Leistungssteigerung vorhält.
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Brüssel - Drei Jahre nach dem Ende seiner Karriere hat Johan Museeuw, je dreifacher Gewinner der Flandern-Rundfahrt und von Paris-Roubaix, ein Geständnis abgelegt. "Ich wollte meine Karriere auf Top-Niveau beenden und tat Dinge, die ich hätte nicht tun sollen. In der Vorbereitung auf einige Rennen habe ich mich nicht 100-prozentig den Regeln entsprechend verhalten", sagte der Straßen-Weltmeister von 1996 gestern auf einer Presse-Konferenz seines Teams Quick-Step. Der 41-Jährige trat mit sofortiger Wirkung von seiner Funktion als PR-Manager des Rennstalls zurück.

Quick-Step-Team-Manager Patrick Lefevere, der auch Vorsitzender der Vereinigung der Profi-Rennställe IPCT ist, wehrt sich hingegen gegen Vorwürfe, die ihn in Zusammenhang mit Doping bringen. Er kündigte heute juristische Schritte gegen die belgische Zeitung "Het Laatste Nieuws" an. Sie hatte ihm "30 Jahre Doping-Erfahrung" zugeschrieben. Die Zeitung beruft sich auf Aussagen zweier anonymer Informanten, einen früheren Fahrerkollegen Lefeveres und einen italienischen Arzt.

Museeuw und sechs seiner ehemaligen Kollegen müssen in diesem Jahr vor Gericht, weil bei ihnen 2003 das Blut-Doping-Mittel Epo und Wachstums-Hormone gefunden worden war. Museeuw selbst hatte immer betont, dass er während seiner aktiven Zeit nie positiv getestet worden sei. Im Oktober 2004 sperrte ihn sein Verband für zwei Jahre, nachdem er selbst fünf Monate zuvor zurückgetreten war.

Mit einem Geständnis geht laut "Sport 1" jetzt auch der Belgier Frank Vandenbroucke in die Öffentlichkeit. Anfang Februar soll die Autobiografie des 32-Jährigen – Titel: "Ich bin nicht Gott" – erscheinen. Daraus geht laut Verlag hervor, dass er offenbar nicht als einziger gedopt war. "Epo? Jeder nahm es – ich auch", wird Vandenbroucke zitiert. "Das ist die Wahrheit, und sie nimmt mir nichts von meinen Siegen."

Vandebroucke hatte 1998 den Klassiker Gent-Wevelgem und im Jahr darauf Lüttich-Bastogne-Lüttich gewonnen. 2002 fanden Ermittler in seinem Haus Morphium und acht verschiedene Dopingsubstanzen, darunter Epo und Clenbuterol. Der Weltverband UCI verhängte daraufhin eine 18-monatige Sperre, die wegen eines Verfahrensfehlers aber wieder aufgehoben wurde. Vandebroucke fährt in dieser Saison für das italienische Team Acqua e sapone.

gro/dpa/sid