Radsport: Klöden-Team ohne Lizenz - DER SPIEGEL
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Radsport Klöden-Team ohne Lizenz

Das kasachische Astana-Team, für das auch der deutsche Tour-Dritte Andreas Klöden startet, erhält vorerst keine Zulassung für die wichtigste Rennserie im Profi-Radsport. Ex-Toursieger Jan Ullrich soll einen umstrittenen Mediziner konsultiert haben.
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Hamburg - Das Astana-Team um Alexander Winokurow und Andreas Klöden muss um seine ProTour-Lizenz für 2007 bangen. "Die Unterlagen wurden nicht fristgerecht eingereicht", bestätigte Pat McQuaid, Präsident des Radsport-Weltverbandes UCI. Der von dem Luxemburger Marc Biver geleitete Rennstall kann jedoch bis zur Sitzung der ProTour-Kommission am 7. Dezember Einspruch einlegen. Akzeptiert wurden die Anträge der Teams Unibet (Belgien) und Barloworld (England).

Astanas Sportdirektor Walter Godefroot reagierte auf die Nachricht gelassen. "Wir gehen davon aus, dass wir angesichts der Klasse unserer Mannschaft auch ohne ProTour-Lizenz zu allen wichtigen Rennen und großen Rundfahrten eingeladen würden", sagte der langjährige Chef des Teams Telekom und T-Mobile dem sid. Die Tour de France, der Giro d`Italia und die Velta in Spanien sind nicht Bestandteil des ProTour.

Ein Großteil der Astana-Truppe fuhr zuvor für den ehemaligen Liberty Seguros-Rennstall von Manolo Saiz. Nachdem sich der Sponsor wegen des spanischen Dopingskandals zurückgezogen hatte, behielt Saiz die ProTour-Lizenz, während sich das Team in Kasachstan neu formierte.

Ohne jede Fahrerlizenz ist zur Zeit Jan Ullrich. Selbst wenn er im nächsten Jahr starten dürfte, will ihn Kai Rapp, Chef der Deutschland-Tour, nicht bei seiner Rundfahrt im August 2007 sehen: "Es ist unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, dass Jan Ullrich und Ivan Basso nicht am Start unseres Rennens stehen." Im Fall der beiden Radprofis, die mit dem Doping-Netzwerk um den spanischen Arzt Eufemiano Fuentes Kontakt gehabt haben sollen, "würden wir bei rechtlichen Auseinandersetzungen ziemlich weit, also an die Schmerzgrenze, gehen", sagte Rapp. Er hofft zudem. dass "Tour-de-France-Direktor Christian Prudhomme bei Ullrich und Basso genauso hart reagieren" werde.

Der Schweizer Radsportverband, dem Ullrich zuletzt angehörte, hat angekündigt, weiter gegen den Deutschen zu ermitteln. Bernhard Welten, Vorstandsmitglied von Swiss Cycling:."Ich erarbeite das Ullrich-Dossier und bin bei uns im Verband so etwas wie der Staatsanwalt. Ich werde meine Empfehlung im Fall - entweder lebenslange Sperre oder Freispruch - an unsere Disziplinarkammer weiterleiten, die dann ein Urteil spricht. Das wird hoffentlich im Januar 2007 der Fall sein. Ich warte noch auf Informationen deutscher Staatsanwaltschaften und der im Doping-Fall Fuentes ermittelnden spanischen Behörden".

Ullrich kehrte in den vergangenen Tagen nach Angaben seines neuen Pressesprechers Michael Lang vom Training aus Italien zurück. Dort soll Ullrich laut "Gazzetta dello Sport" Kontakt zum umstrittenen Sportarzt Luigi Cecchini gehabt haben.

all/sid/dpa

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