Radsport kompakt: Zabel gewinnt, Riis wird gestrichen - DER SPIEGEL
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Radsport kompakt Zabel gewinnt, Riis wird gestrichen

Sein Dopinggeständnis vor einer Woche scheint Erik Zabel relativ gut verarbeitet zu haben: Heute siegte er bereits wieder. Für Ex-Kollege Bjarne Riis gibt es keine guten Nachrichten. Der Intendant des SWR macht sich Gedanken über einen Ausstieg aus der Tour-Berichterstattung.
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Hamburg - Der neue SWR-Intendant Peter Boudgoust hat die durchgängige Fernsehübertragung der diesjährigen Tour de France durch die ARD vom Verhalten der teilnehmenden Radprofis abhängig gemacht. Die Übertragung von der Frankreich-Rundfahrt sollte nach seiner Ansicht abgebrochen werden, falls während des Etappenrennens ein weiterer Dopingfall bekannt würde. Das sagte der neue Chef der zweitgrößten ARD-Anstalt heute in der SWR1-Hörfunksendung "Leute".

Über eine Verlängerung des 2008 auslaufenden Vertrags will die ARD erst nach dem Ende der Saison 2007 entscheiden. Das ZDF will erst nach Gesprächen mit dem Bund Deutscher Radfahrer (BDR) und den Rennställen einen Beschluss fassen, ob es für dieses Jahr an der Berichterstattung über die Tour festhält.

Genau eine Woche nach seinem Doping-Geständnis hat Erik Zabel seinen ersten Saisonsieg errungen. Der 36-Jährige Milram-Kapitän gewann die zweite Etappe der Bayern-Rundfahrt im Massensprint. Auf dem 187,8 Kilometer langen Teilstück von Gundelfingen nach Eichstätt setzte sich Zabel vor seinem Teamkollegen Sebastian Siedler und dem Australier Stuart O'Grady (CSC) durch.

Vergangene Woche hatte Zabel eingestanden, bei der Tour 1996 Epo genommen zu haben. Erst vor zwei Tagen hatte Hauptsponsor Nordmilch grünes Licht für die weitere Zusammenarbeit mit ihm gegeben.

Der frühere Tour-Sieger Bjarne Riis ist von der Liste der zehn größten Sportler Dänemarks gestrichen worden. Sechs Tage nach dem Dopinggeständnis des 43-Jährigen gab Else Trangbaek als Präsidentin der für die Auswahl zuständigen Kommission die Streichung von Riis bekannt. "Bjarne Riis hat Doping gestanden. Deshalb müssen wir konsequenterweise davon ausgehen, dass sein Tour-Sieg 1996 durch Betrug zustande gekommen ist. Aus diesem Grund kann er nicht mehr zu unseren besten Sportlern gezählt werden", sagte Trangbaek dem Sender Danmarks Radio. Riis hatte am vergangenen Freitag auf einer Pressekonferenz in Lyngby Epo-Doping zwischen 1993 und 1998 während seiner Zeit im Bonner Telekom-Team eingeräumt.

Im Starterfeld für die Tour de France 2007 gibt es keine Überraschungen. Sowohl die dänische Mannschaft CSC mit Dopingsünder Bjarne Riis als Teamchef als auch die beiden deutschen Mannschaften T-Mobile mit dem geständigen Rolf Aldag und Gerolsteiner, mit Christian Henn als Sportlichem Leiter, wurden wie erwartet für die Frankreich-Rundfahrt nominiert. Wie die Tour heute in Paris weiter bestätigte, werden 19 Pro-Tour- Mannschaften die Herausforderung annehmen, dazu der englische Tour-Neuling Barloworld und die französische Equipe Agritubel. "Wir haben mit Verantwortlichen aller Mannschaften und den Sponsoren gesprochen und wir behalten uns das Recht vor, jeden Fahrer und jedes Mitglied einer Mannschaft vor dem Tour-Start noch zu streichen", sagte Tour-Direktor Christian Prudhomme, "es wäre schockierend, Bjarne Riis dabei zu haben".

Beim belgisch-schwedischen Rad-Team Unibet ist über die Nicht-Nominierung entsetzt. Dem ProTour-Rennstall um den Deutschen Markus Eichler wurde erwartungsgemäß eine der drei Wildcards verwehrt. Sie gingen an Astana, Agritubel und Barloworld. Ihre automatische Startberechtigung durch den ProTour-Status verlor das Team nach Ansicht des Tour-Veranstalters Aso, da in Frankreich Werbung für ausländische Glücksspiel-Anbieter untersagt ist. Das Verpassen des absoluten Saison-Highlights könnte das Aus für die jüngst in die Elite-Liga aufgestiegene Mannschaft bedeuten.

"Wir sind schwer enttäuscht, aber wir haben es kommen sehen. Es schmerzt sehr, wenn man die endgültige Entscheidung hört", erklärte Unibet-Team-Manager Koen Terryn dem Internetanbieter "cyclingnews.com". "Nach der Ausladung von Paris- Nizza und dem Giro waren wir schon angeschlagen. Ich denke, jetzt liegen wir im Koma", erklärte Terryn.

fpf/sid/dpa