Radsport: Petacchi steigt ab, Rasmussen kassiert - DER SPIEGEL
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Radsport Petacchi steigt ab, Rasmussen kassiert

Neuer Job trotz Dopingsperre: Der bis August aus dem Verkehr gezogene Alessandro Petacchi erhielt bei einem Schweizer Rennstall einen Vertrag. 700.000 Euro Schadensersatz klagt Michael Rasmussen von seinem ehemaligen Arbeitgeber ein. Dario Frigo droht eine Bewährungsstrafe.
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Hamburg - Der wegen Dopings noch bis Ende August gesperrte italienische Radstar Alessandro Petacchi hat einen neuen Arbeitgeber gefunden. Der ehemalige Milram-Kapitän unterschrieb einen bis zum Saisonende 2010 datierten Vertrag beim zweitklassigen Schweizer LPR-Rennstall.

Bei Milram war Petacchi im vergangenen Mai nach Bestätigung der rückwirkenden Dopingsperre entlassen worden. Bei LPR ist er nun Teamkollege der beiden frühren Giro-Sieger Danilo Di Luca und Paolo Savoldelli, einem ehemaligen Telekom-Profi. Di Luca war bis Januar ebenfalls wegen eines Dopingdelikts gesperrt. Das italienische Star-Trio könnte im kommenden Jahr noch durch Landsmann Davide Rebellin verstärkt werden. Mit dem 36-jährigen Paris-Nizza-Sieger vom Team Gerolsteiner führt LPR-Teamdirektor Fabio Bordonali nach eigenen Angaben entsprechende Verhandlungen.

Der niederländische Radrennstall Rabobank muss seinem im Vorjahr entlassenen Profi Michael Rasmussen 700.000 Euro Schadensersatz zahlen. "Die Kündigung war rechtmäßig. Sie hätte nur nicht fristlos erfolgen dürfen", erklärte das Amtsgericht in Utrecht in seiner Urteilsbegründung. Der Däne hatte seinen ehemaligen Arbeitgeber auf Schadensersatz in Höhe von 5,5 Millionen Euro verklagt. Dieser Forderung folgte die Kammer nur teilweise. Rasmussen hatte 2007 mehrmals einen falschen Aufenthaltsort angegeben und sich dadurch Dopingkontrollen entzogen. Obwohl er sportrechtlich nicht sofort bestraft wurde, hatte Rabobank den Tour-Spitzenreiter vier Tage vor Rundfahrtende aus dem Rennen genommen, weil der Druck der Öffentlichkeit immer größer wurde.

Erst am Dienstag war der 34-Jährige vom Verband des Fürstentums Monaco, unter dessen Lizenz er fuhr, mit einer zweijährigen Sperre belegt worden, die rückwirkend ab 25. Juli 2007 in Kraft tritt. Nach Ansicht des Gerichts in Utrecht hätte Rabobank früher wissen müssen, dass Rasmussen sich nicht an den von ihm angegebenen Orten aufhielt. Am 2. Juli 2007 hatte der Däne die Teamleitung informiert, dass er wegen eines verpassten Dopingtests aus der dänischen Nationalmannschaft ausgeschlossen worden war. "Zu diesem Zeitpunkt hätte er fristlos entlassen werden können", so das Gericht.

Wegen Verstößen gegen das französische Arzneimittelgesetz während der Tour de France 2005 hat die Staatsanwaltschaft in Albertville gegen den früheren italienischen Radprofi Dario Frigo und dessen Ehefrau Susanna jeweils einjährige Haftstrafen zur Bewährung plus eine Gesamtgeldstrafe in Höhe von 36.000 Euro gefordert. Das Urteil soll am 15. September gesprochen werden. Frigo war bei der Tour 2005 in Courchevel wegen Dopingverdachts vorübergehend verhaftet worden. Der Turiner hatte sich im Verlauf der Untersuchungen als "Opfer des Systems" bezeichnet. Im Auto seiner Ehefrau waren am 11. Juni 2005 von Zollbeamten Verdacht erregende Ampullen gefunden worden. In seiner Heimat war Frigo bereits im Herbst 2005 wegen eines früheren Dopingvergehens verurteilt worden. Der heute 34-Jährige wurde damals in San Remo zu sechs Monaten Haft auf Bewährung sowie einer Geldstrafe von 12.000 Euro verurteilt, weil bei ihm im Rahmen einer Razzia während des Giro d'Italia im Juni 2001 verbotene Substanzen gefunden worden waren.

luk/sid

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