Radsport: Virenque gibt Doping zu - DER SPIEGEL
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Radsport Virenque gibt Doping zu

Überraschende Wendung in Festina-Fall. Nachdem er über Jahre jegliche Einnahme von Drogen energisch abgestritten hatte, scheint es sich der französische Radprofi Richard Virenque dieser Tage offensichtlich anders überlegt zu haben.
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Lille - Richard Virenque, französischer Radprofi, hat die Einnahme von leistungssteigernden Substanzen zugegeben. Allerdings fügte er hinzu, dass er sich dem Druck der Gewohnheiten hat beugen müssen. "Ich habe Dopingsubstanzen genommen. Ich hatte keine andere Wahl", sagte Virenque am Dienstag bei seiner Vernehmung vor dem Gericht in Lille. "Ich war ein Schaf, wenn sie mich aus der Herde geworfen hätten, wäre ich erledigt gewesen", so Virenque weiter. "Ich lebe in einer Welt, wo die Regeln vor langer Zeit aufgestellt wurden. Ich habe keine anderen Fahrer betrogen. Im Fahrerfeld benutzen wir niemals das Wort Doping, sondern sagen ‚medizinische Hilfe' dazu. Gedopt ist man nur, wenn man erwischt wird."

Seit dem Dopingskandal, der 1998 die Tour de France erschütterte, hatte Virenque, der damalige Festina-Kapitän, stets beteuert, nie mit den verbotenen Produkten in Berührung gekommen zu sein. Dem Franzosen wird vorgeworfen, intensiven Handel mit Drogen betrieben zu haben. Er ist der einzige Fahrer, der beim "Festina-Verfahren" vor Gericht steht. Ihm drohen bis zu zwei Jahre Gefängnis. Bei Verurteilung muss Virenque mit einer Geldstrafe von 100.000 Francs (ca. 40.000 Mark) rechnen.