Radsport Zabel darf zur WM
Hamburg - Zabel und Klöden gehören dem 21-köpfigen Männer-Kader für die Weltmeisterschaft an. Das beschloss das Präsidium des BDR heute auf seiner Vorstandssitzung in Frankfurt am Main. Allerdings wird das Aufgebot noch reduziert. "Ich freue mich, für Deutschland bei der WM starten zu dürfen. Ich werde kämpfen, um möglichst so gut abzuschneiden wie im Vorjahr", sagte Zabel. Damals holte er Silber.
"Wir haben bei der Entscheidung sportliche Aspekte und alle anderen Umstände berücksichtigt", sagte Präsident Rudolf Scharping, der bei der Sitzung nicht anwesend war. Scharping wollte nicht an der Abstimmung teilnehmen, wohl auch, weil ihm als enger Freund von Zabel Parteilichkeit vorgeworfen worden wäre. Das Votum für Zabel fiel mit 6:2 Stimmen deutlich aus.
Zabel hatte am 24. Mai dieses Jahres gemeinsam mit seinem langjährigen Teamkollegen Rolf Aldag gestanden, in seiner Telekom-Zeit gedopt zu haben. Das Geständnis des amtierenden Vize-Weltmeisters bezog sich auf ein "einmaliges" Vergehen vor und während der Tour de France 1996. Sportrechtlich war das Vergehen schon verjährt und hatte für Zabel keine Konsequenzen mehr.
Dennoch hatte Stuttgarts Sportbürgermeisterin Susanne Eisenmann als Vorsitzende des WM-Organisationskomitees im Sinne eines Neuanfangs im Radsport mehrfach einen WM-Ausschluss des 37-Jährigen gefordert. Sie bezeichnete den Milram-Profi als "unerwünschte Person". Zabel war schon im Juni von den Organisatoren als WM-Botschafter abgesetzt worden. "Erik Zabel ist nicht mehr der Vorzeigesportler, der er mal war", sagte Rolf Schneider, Generalsekretär des WM-Organisationskomitees, damals.
Allerdings gilt Zabel auch als enger Freund von Scharping. Der hatte eine Woche nach dem Geständnis die positive Reaktion der Öffentlichkeit auf das Geständnis des Radprofis hervorgehoben: "Es ist ein schönes Signal, dass ein so erfolgreicher und sympathischer Sportler wie Zabel nicht plattgemacht wird."
Der Präsident beim Bund Deutscher Radfahrer regierte unterdessen auf die Doping-Anschuldigungen in der "Stuttgarter Zeitung" gegen den U23-Bundestrainer Bernd Dittert. "Wir haben begonnen, die Anschuldigungen zu überprüfen. Wir werden mit großer Sorgfalt dabei vorgehen", so Scharping. Dittert bleibt vorerst Trainer.
Alejandro Valverde wird nicht an den Weltmeisterschaften teilnehmen. Wie der Weltverband UCI mitteilte, habe er Belege für die Verwicklung von Valverde in den Skandal um den spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes. Der Verband betonte jedoch, das sei nicht gleichzusetzen mit einer Schuld des Radprofis. Trotzdem leitete er ein Verfahren ein und forderte den spanischen Verband auf, das ebenfalls zu tun. Valverde sollte für die WM nominiert werden, obwohl die Organisatoren dagegen waren.
bri/sid