Rallye Dakar Kleinschmidt kann weiterwühlen
Siwa - Als Elfte der Gesamtwertung wird Jutta Kleinschmidt am Dienstag das Rennen der diesjährigen Rallye Dakar wieder aufnehmen. Zwar beträgt der Rückstand auf den führenden Franzosen Stéphane Peterhansel nach ihrer Panne auf der elften Etappe inzwischen beträchtliche 6:08:23 Stunden, doch die Freude über die abgewendete Aufgabe überwog bei der 40-Jährigen. "Ich bin richtig erleichtert, dass alles noch repariert werden konnte und wir wieder dabei sind", so Kleinschmidt, die sich sofort neue Ziele setze: "Jetzt wollen wir unter die ersten Zehn kommen." Am Montag war Ruhetag bei der Dakar-Rallye.
Übernachtung an der Grenze
"Wir hatten bei unserem Pech noch ziemlich Glück. Es wurden keine Kolben beschädigt. Dann hätten wir nicht wieder starten können, weil ein Austausch des gesamten Motorblocks nicht erlaubt ist. Mit dem reparierten Wagen sind wir schon 150 Kilometer gefahren. Der Motor lief gut - genau so wie vorher", verbreitete Kleinschmidt sogleich Optimismus. Zuvor hatte sie und ihre italienische Beifahrerin Fabrizia Pons aufregende Stunden hinter sich. Wegen eines Zwischenfalls an der libysch-ägyptischen Grenze, bei dem ein Truck eine Minen-Explosion auslöste, mussten beide Motorsportlerinnen die Nacht an der Grenze verbringen. "Davor wurden wir von unserem Renn-LKW 170 Kilometer durch die Wüste geschleppt. Das war ein Abenteuer."
Die zwölfte Etappe, die am Dienstag über 445 Kilometer rund um das Biwak von Siwa in der ägyptischen Wüste führt, wird das Damen-Duo gemäß seines Etappen-Ergebnisses als 66. Fahrzeug aufnehmen. "Es wird eine schwere Aufgabe. Wir werden wieder mal viele Autos vor uns überholen und jede Menge Staub schlucken müssen. Egal, Hauptsache, wir sind noch dabei", sagte Kleinschmidt.
Ein stark reduziertes Feld wird in die verbliebenen sechs Etappen in Ägypten an den Start gehen. Von den 203 an Neujahr in Marseille ins Rennen gegangenen Automobilen sind nur noch 69 im Rennen. Bei den Motorrädern kamen Montag immerhin noch 109 von 147 in Siwa an.
Tödlicher Unfall am Samstag
Überschattet wird die diesjährige Dakar-Rallye vom Tod des Franzosen Bruno Cauvy. Der vierfache Familienvater starb am Samstag an einem Genickbruch, als sich der Toyota des Dakar-Neulings nach einer Dünen-Überquerung mehrmals überschlug. Sein Fahrer Daniel Nebot kam mit Rückenblessuren davon. Der am Donnerstag schwer verunglückte Nissan-Pilot Kenjiro Shinozuka (Japan), der trotz schwerer Kopfverletzungen
inzwischen außer Lebensgefahr ist, flog am Montag in seine Pariser Wahlheimat zur weiteren Behandlung zurück. Die am Sonntag mit ihrer Honda schwer gestürzte Britin Patsy Quick wurde, nachdem ihr im
Feldlazarett von Siwa die gequetschte Milz operativ entfernt worden war, mittlerweile in ein Krankenhaus nach Kairo geflogen.