Rallye Dakar: Peterhansel mit Problemen - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Rallye Dakar Peterhansel mit Problemen

Glück im Unglück: Stéphane Peterhansel hat bei der zwölften Etappe der Rallye Dakar seine Führung behauptet. Zwischenzeitlich war er in einem Sandloch steckengeblieben und hatte beim Ausgraben des Autos viel Zeit verloren. Doch auch die Konkurrenz patzte.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Stéphane Peterhansel wären die Dünen in Peru beinahe zum Verhängnis geworden. Der Franzose blieb auf der drittletzten Etappe der Rallye Dakar mit seinem Mini in einem tiefen Sandloch stecken. Beim Ausgraben des Autos verlor er rund eine Viertelstunde. Am Ende wurde Peterhansel trotzdem Siebter. Allerdings erwischte es auf der verkürzten Spezialprüfung auch seine Verfolger. X-raid-Teamkollege Joan Roma aus Spanien, der im Klassement den zweiten Platz belegt, hatte mit dem Sand ebenso zu kämpfen und wurde auf der Strecke von Arequipa nach Nasca in Peru Fünfter.

"Ich hatte Angst, die ganze Rallye zu verlieren. Ich dachte, das war es", sagte Peterhansel. "Es kam mir wie eine Ewigkeit vor, bis wir da wieder raus waren. Danach musste ich Vollgas fahren und alles riskieren. Ich bin völlig fertig", so der Rekordsieger der Rallye. Roma hatte Peterhansel im Sand stecken sehen und war somit gewarnt. "Aber dann haben wir wenig später ein anderes Loch getroffen", sagte er.

Profiteur war der fehlerlos fahrende US-Amerikaner Robby Gordon. Der Hummer-Pilot deklassierte bei seinem Tagessieg die Konkurrenz, allerdings absolviert er die letzten Wertungen der 33. Dakar nur unter Vorbehalt, weil er nach der neunten Etappe wegen eines Regelverstoßes disqualifiziert worden war. Gordon hatte gegen die Entscheidung Einspruch eingelegt, deshalb gilt der Ausschluss unter Vorbehalt bis zu einer endgültigen Klärung.

Gordon distanzierte den zweitplatzierten Russen Leonid Nowitzki mit dem Münchner Co-Piloten Andreas Schulz um mehr als eine Viertelstunde. Dritter wurde der Südafrikaner Giniel de Villiers mit seinem deutschen Beifahrer Dirk von Zitzewitz. In der Gesamtwertung behaupteten de Villiers und Zitzewitz ebenfalls Rang drei. Sie liegen 1:06,40 Stunden hinter Peterhansel. Der Führende Peterhansel büßte auf Roma etwa drei Minuten seines Vorsprungs von zuvor 22:49 Minuten ein. Der Franzose führt seit der 4. Etappe die Wertung an und steuert seinem insgesamt zehnten Dakar-Sieg entgegen.

Bei den Motorrädern hat sich Vorjahressieger Marc Coma auf der drittletzten Etappe mit dem Tagessieg die Führung von seinem Rivalen Cyril Despres zurückgeholt. Der Spanier Coma war 3:57 Minuten schneller als sein KTM-Kollege Despres aus Frankreich, der vor allem auf den letzten Kilometern zum Ziel durch zu vorsichtige Fahrweise Zeit einbüßte und in der Tageswertung nur auf Rang vier landete. In der Gesamtwertung hat Despres vor der vorletzten Etappe am Samstag von Nasca nach Psico 1:35 Minuten Rückstand auf Coma. Die Rallye endet am Sonntag in der peruanischen Hauptstadt Lima.

jar/dpa/sid