Rallye-WM Beifahrer stirbt bei Unfall
Cardiff - Der Peugot 307 von Märtin und Park rutschte auf der drittletzten Prüfung am Sonntag von der Strecke und kollidierte auf der Beifahrerseite mit einem Baum. Während der WM-Fünfte Märtin den Aufprall unverletzt überstand, erlag Park noch an der Unfallstelle seinen schweren Verletzungen. Die Rallye wurde nach dem Zwischenfall sofort abgebrochen und mit dem Stand von 14. der 17. Prüfungen gewertet.
Zu dieser Zeit lag der französische Titelverteidiger Sebastien Loeb in Führung. Der Citroen-Pilot provozierte allerdings auf dem Weg von der letzten Sonderprüfung ins offizielle Ziel eine Zwei-Minuten-Zeitstrafe, um nicht durch den freiwilligen Rückzug seines Konkurrenten Marcus Grönholm (Finnland) seinen zweiten WM-Titel zu gewinnen. Das Peugeot-Team hatte den eigentlich drittplatzierten Grönholm als Zeichen der Trauer aus der Wertung genommen. "Die WM ist nichts gegen ein Menschenleben", sagte Peugeot-Sportchef Jean-Pierre Nicolas.
Durch die Zeitstrafe wurde Loeb, der eigentlich seinen neunten Sieg geholt hätte, auf den dritten Rang hinter den Norweger Petter Solberg im Subaru und seinen belgischen Citroen-Kollegen Francois Duval zurückgestuft. Damit haben sowohl Solberg (65 Punkte) als auch Grönholm (61) noch rechnerisch Chancen, Spitzenreiter Loeb (99) bei den letzten vier WM-Läufen noch einzuholen. Für einen Sieg gibt es zehn Zähler.
Park hinterlässt Frau und zwei Kinder
Park wurde 39 Jahre alt, er war seit 2000 Märtins Co-Pilot. Der Brite hinterlässt eine Frau und zwei Kinder. Park, seit 1994 Rallye-Beifahrer, unter anderem bei Colin McRae und Richard Burns, ist der erste Tote in einem WM-Werksteam seit zwölf Jahren. Am 19. September 1993 war der Australier Roger Freech als Beifahrer seines Landsmannes Possum Bourne bei der Australien-Rallye gestorben. Bourne selbst erlag im April 2003 seinen schweren Kopfverletzungen nach einem Unfall bei einer nationalen Rallye.
In der Vergangenheit gab es in der Rallye-WM häufiger schwere Unfälle, bei denen Beifahrer ernsthaft verletzt wurden. So musste beispielsweise der Finne Risto Mannisenmäki, langjähriger Co-Pilot des viermaligen Weltmeisters Tommi Mäkinen, nach einem Crash 2001 seine Karriere beenden. Der Franzose Daniel Grataloup erlitt ebenfalls 2001 bei einem schweren Unfall im Auto von Francois Delecour mehrere Rippenbrüche, je einen Bruch des Schlüsselbeins und Schulterblattes sowie eine Lungenquetschung.
In den vergangenen zwei Jahren kamen Piloten und Beifahrer auch bei spektakulären Überschlägen meist mit dem Schrecken davon. Der Deutsche Armin Schwarz musste allerdings nach einer bei der Rallye Monte Carlo im Januar 2005 erlittenen Schulterverletzung auf den Start bei der Schweden-Rallye verzichten. Der frühere Europameister, der am Saisonende seine Karriere beenden wird, belegte in Wales am Ende Rang 14 (9:53,4 Minuten zurück).