Ranking Wer ist der beste NBA-Spieler?
30 Teams spielen in der NBA. Jedes hat 15 Plätze in seinem Kader. Also gibt es jährlich mindestens 450 Spieler. Hinzu kommen Profis, die erst in der Saison zu einem Team stoßen und den Job geschasster Basketballer übernehmen. Von diesen mehr als 450 kommen wir von vorneherein über 250 nicht für das Ranking in Frage. Darunter waren Hinterbänkler wie Junior Harrington von den Memphis Grizzlies oder Houstons Vassilis Spanoulis, aber auch Langzeitverletzte wie Nenad Krstic (New Jersey Nets), die weniger als die Hälfte der 82 Spiele in der Regular Season absolvierten.
Von den verbleibenden 200 nahmen wir die Hälfte in die Top 100 auf und krönen den besten Spieler der NBA-Saison 2006/2007. Diese Ehrung ist allerdings nicht gleichbedeutend mit dem MVP-Award ("wertvollster Spieler"). Der Teamerfolg geht zwar ebenfalls in die Gesamtwertung mit ein, wiegt jedoch deutlich weniger. Die Top 100 von "FIVE" basiert mehr auf der individuellen Leistung.
Erzielte Statistiken sind wichtig, aber auch das sogenannte "Player Efficiency Rating" (PER) des Zahlen-Papstes John Hollinger. PER gilt als das zurzeit beste Tool, um die Leistung eines Basketballers zu erfassen. Hollinger addiert positive Beiträge eines Spielers wie Steals, Assists, Blocks, getroffene Frei- und Feldwürfe. Zum anderen zieht er alle negativen Dinge (nicht getroffene Frei- und Feldwürfe, Ballverluste oder Fouls) ab.
Schließlich wird der daraus resultierende Wert zu der Anzahl der gespielten Minuten sowie der Schnelligkeit der Mannschaft des Akteurs in Relation gesetzt. Dies garantiert, dass auch die Statistiken eines Bankspielers mit der eines Starters verglichen werden können. Außerdem sind etwa die Zahlen der Phoenix Suns, die durch ihr schnelleres Spiel mehr Ballbesitze und so mehr Würfe, Rebounds oder Ballverluste generieren, dann mit denen "langsamerer" Teams zu vergleichen.
Neben diesen Fakten zählen aber Verteidigungsleistung, Konstanz, etwaige Großtaten oder Pleiten in den Playoffs und sogar "unsichtbare" Faktoren. Unsichtbar? Genau. Dabei handelt es sich um besondere Umstände, die in keiner Statistik auftauchen und natürlich die Verteidigung abseits von Blocks oder Steals.
Bester Beispiel: Kobe Bryant. Der Lakers-Guard ist wohl der beste Eins-gegen-eins-Spieler der NBA. Kein anderer Profi dieser Welt verfügt über ein derart großes und sicheres Angriffsarsenal. Auch verteidigt Bryant auf einem oft extrem hohen Level. Dennoch belegt Bryant nicht Platz eins in der "FIVE"-Liste. Warum? Weil er auch vergangene Saison Probleme damit hatte, seine Mannschaftskameraden besser zu machen, den idealen Platz im Herzen seines Teams zu finden, die optimale Wahl zwischen Eigensinn und Teamgeist. Es geht hier nicht um die Anzahl der Siege, die die Los Angeles Lakers einfuhren, sondern vielmehr um Bryants direkten Einfluss auf seine Nebenleute und das Teamgefüge.
Im umgekehrten Fall können Akteure wie Shane Battier, die vielleicht im Vergleich zu den weiter hinten platzierten Spielern weniger spektakuläre Statistiken vorweisen, weiter vorne in der Liste landen. Battier steht in der Defense immer richtig und hält die Rockets auf dem Feld zusammen.
Er ist ein "Glue Guy", ein Allrounder, der nichts spektakulär gut, dafür aber alles solide kann. Einen wie ihn wünscht sich jeder Coach. Auch das wird honoriert.
Außerdem gibt es Abzüge für aufgeblähte Statistiken einiger Stars, die im Kader ihrer Kellerkinderteams zwar jeden Wurf nehmen beziehungsweise jeden Rebound greifen, aber wenig im direkten Eins-zu-eins-Duell mit All Stars liefern.