Reaktionen: Jan Ullrich "schwer schockiert" - DER SPIEGEL
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Reaktionen Jan Ullrich "schwer schockiert"

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Hamburg - Deutschlands Radstar Jan Ullrich hat der Tod seines einstigen Rivalen Marco Pantani schockiert. Der Olympiasieger erfuhr die erschütternde Nachricht vom Tod des Italieners, der ihm 1998 bei der Tour de France eine schwere Niederlage beibrachte, im Trainingslager in der Toskana.

"Ich habe davon heute früh in den Nachrichten gehört. Man ist immer schwer schockiert, wenn man vom Tod eines Sportkameraden erfährt. Da ich gerade hier in Italien bin, bekomme ich verstärkt mit, wie Pantanis Radgemeinde trauert", sagte Ullrich, der ansonsten über Pantani nichts weiter sagen wollte. "Persönlich kann ich mich nicht dazu äußern, da ich von eventuellen Umständen nur über die Medien erfahren habe. Ich hatte seit drei Jahren keine Verbindung mehr zu Pantani. Ich hoffe, dass die Ursachen, die zu seinem Tod führten, schnell und gründlich aufgeklärt werden."

Der Radsport-Weltverband UCI erklärte: "Im Namen der großen Radsport-Familie bekunden wir unsere Trauer über den Tod von Marco Pantani. Ein menschliches Drama, dessen Umstände noch geklärt werden müssen. Die persönlichen Schwierigkeiten und der enorme Druck, der zum Ende seiner Karriere auf ihm gelastet hat, können seinem Image als großem Champion nichts anhaben." Tour-de-France-Direktor Jean-Marie Leblanc sagte: "Er war ohne Zweifel sehr allein. Aber ich bin überrascht, dass so ein großer Champion nicht fähig ist, vom Glanz und Gloria des Sports den Rücktritt in Privatleben zu schaffen." Freunde hatten vergeblich versucht, an den depressiven Pantani heranzukommen. "Ich wusste, dass es ihm schlecht geht. Ich habe mehrmals versucht, mit ihm Kontakt aufzunehmen. Aber das gelang mir nicht", so Inter Mailands Trainer Alberto Zachcheroni, der wie Pantani im Adria-Badeort Cesenatico beheimatet ist.

"Nach der Sache mit dem Hämatokritwert 1999 hat sich sein ganzes Leben kompliziert. Das hat er nicht in den Griff bekommen. Er war danach nie wieder derselbe", sagte der fünffache Tour-Gewinner Miguel Indurain.